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Die Türkei im Winter 2007
Eine Schnupperreise mit dem Wohnmobil

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Vorwort

„Und dann fahren wir eben das nächste Mal in die Türkei“, so tönten sie, die „Überwinterer“, die nicht Tage, sondern Wochen Spaniens Buchten besetzten, bis sie von der Polizei um Weiterfahrt gebeten wurden.

Im nächsten Jahr sahen wir sie dann wieder, Türkei? Nein, aber ganz bestimmt im kommenden Winter.

Dies alles machte uns neugierig. Viele Jahre auf die Türkei als Urlaubsziel fixiert, aber 19 Jahre nicht mehr dort gewesen. Wir suchten also Infos, sehr mager war die Ausbeute. Also fuhren wir hin.

Wir, dies waren unsere weitgereisten Freunde Gisela und Jürgen sowie meine Frau und ich (Ingrid und Hans).

Jetzt sind wir wieder zurück. Nur ganz kurz: Die Route verlief über Österreich – Ungarn – Rumänien – Bulgarien in die Türkei. Die Straße über Serbien und Griechenland hatten wir auch in Erwägung gezogen, dann aber kurzfristig verworfen. Der Hauptgrund war, dass wir die anderen Routen schon sehr häufig fuhren, uns aber Bulgarien und Rumänien fremd waren.

Zum Klima: Ab Anamur bis zur Grenze nach Syrien ist es mindestens so warm wie an der spanischen „Costa Calida“. Dies wussten wir vorher und fanden es bestätigt.

Als Übernachtungsplätze fuhren wir die türkischen Orman Picknickplätze an. WC-Häuschen und Wasserhahn, aber immer landschaftlich reizvoll gelegen. Ab Anamur haben auch die Orman Camps meist geöffnet (hier Gebühr), aber auch einfachen Komfort, öfters auch Strom. Orman ist die Forstbehörde des Landes, die öffentliche Erholungsplätze für die einheimische Bevölkerung anbietet. Diese Plätze sind, meist ohne Schranke, für alle zugänglich.

Überwiegend suchten wir freie Übernachtungsplätze ZWISCHEN den Ortschaften, was an der Schwarzmeerküste und in Rumänien, Bulgarien nicht immer möglich war. Hier übernachteten wir dann am Strandende oder in kleinen Fischerhäfen.

Der Strand war häufig verbaut oder besonders in Bulgarien und Rumänien öfters vermüllt. Hier verzichteten wir dann auf das „Campingleben“.

Beeindruckend war natürlich die Jahreszeit, die verschneiten Berge in Zentral-Kappadokien genauso, wie die in den anderen Ländern. Waren wir doch sonst nur im Frühjahr in der Türkei.

Schön war's, Probleme gab es keine – aber nachdem wir nun alle Provinzen des Landes bereist haben, werden wir uns künftig andere Ziele für die Winterreise suchen. Ob Ägypten ein Traum bleiben muss?

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Der Start

Freitag, 2. Februar

Nach dem Wasserbunkern und Einräumen des Mobils fuhren wir gegen 10 Uhr bei wolkenlosem Himmel ab. Ziel war die östlichste Gemeinde Österreichs. Auf dem dortigen Stellplatz bei Andrea und Rolf wollten wir uns mit unseren Freunden aus Bochum treffen.

Deutsch Jahrndorf, 18 Uhr, 523 km

 

Sonntag, 4. Februar

Nach dem gemütlichen Zusammensein am Freitagabend und Samstag kam heute der Abschied mit der Zusage, bald wieder hierher zu kommen. Auf schneller Straße durchquerten wir Ungarn, Grenzübertritt nach Rumänien, Kauf der Vignette für die Straßenbenutzung und dann fanden wir hinter der ersten Tankstelle unseren Schlafplatz. Nicht ganz so ruhig wie wir dachten, befanden sich hier doch auch die Toiletten, welche die ganze Nacht angefahren wurden.

Nagylak, 18 Uhr, 401 km

 

Montag, 5. Februar

Früh gegen 7:45 Ortszeit (die Uhren wurden 1 Stunde vorgestellt) rollten wir durch Siebenbürgen und die Karpaten bei schönem Wetter durch die z.T. verschneite Landschaft. Die Straßen waren frei. Wieder waren es 400 km, als wir kurz vor einem kleinen Städtchen einen Landgasthof mit großem Parkplatz fanden. Als wir nach der Übernachtung fragten, wurde uns sofort der Schlüssel zu den Sanitäranlagen angeboten. Ohne jede Forderung. Klar, dass wir hier unser Abendessen einnahmen. Nachts wurden wir gegen Straßenlärm noch durch LKWs abgeschirmt, die hier ebenfalls ihren Schlafplatz fanden.

Kurz vor Cozia, 17 Uhr, 400 km

 

Dienstag, 6. Februar

Die Zeit hatte sich ohne Absprache eingependelt, morgens zwischen 7:30 und 8:00 fuhren wir los. Diesen Zeitpunkt behielten wir die gesamte Tour bei.

„Morgenstund hat Gold im Mund“, nun so toll war außer dem Wetter nichts. Bei der Stadtdurchfahrt Pidesti standen wir lange im Stau. Nachdem wir auch Bukarest durchquert hatten, den Regierungspalast sahen wir nur vom Fahrzeug aus, ging es dann recht schnell zur Grenze. Maut an der Donaubrücke und schon waren wir in Bulgarien. Die Nacht blieben wir wieder auf dem sehr ruhigen Parkplatz eines Restaurants auf freier Strecke.

Zwischen Veliko-Tarnovo und Gabrovo, 17 Uhr, 379 km

 

Mittwoch, 7. Februar

Schon morgens schön, über hohe Pässe, am Straßenrand Schnee. Aber die Straßen waren frei. Grenzübertritt Bulgarien - Türkei problemlos. Geldwechsel am Bankautomaten. Ca. 25 km nördlich von Kesan unsere erste Übernachtung auf einem einfachen türkischen Picknickplatz mit WC-Häuschen und Wasserhahn. Eigentlich eher ein zur Straße mit Bäumen und Aufschüttungen abgegrenzter großer Parkplatz. Die eigentliche Anlage mit Kinderspielplatz, Tisch-Bank-Kombinationen und Grillstellen befand sich im schattigen Teil auf der anderen Straßenseite.

Übernachtungsplatz Nr. (1) direkt an der E 87, 16 Uhr, 365 km

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Zur Straße abgeschirmt mit schönem Blick auf die Ebene

Donnerstag, 8. Februar

Trüb, in den Bergen auch Schauer, immer wieder Hinweise auf die, bei entsprechender Witterung, obligatorischen Schneeketten. Diese müssen auf der gesamten Strecke bis Syrien mitgeführt werden. Die Türkei ist ein bergiges Land mit vielen Pässen auch an der Küstenstraße.

Nach 30 Minuten Fähre durch die Dardanellen sind wir nach der Landung in Cankkale in Asien. Natürlich kommt nun der „Pflichtbesuch“ von Troya. Seit unserem letzten Besuch wurde etwas mehr freigelegt, so richtig begeistern können wir uns aber immer noch nicht. Am Nachmittag besuchen wir das alte Haus, welches Jürgens Schwester in der Nähe von Kücukkuyu vor langer Zeit gekauft und in vielen Jahren liebevoll restauriert hat. Es nieselt.

Übernachtungsplatz Nr. (2) Edremit, 18 Uhr, 251 km

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Wir landen in Asien

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Spaziergang in Troya

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Schlafplatz Promenade Edremit

Freitag, 9. Februar

Besichtigung von Efes/Ephesus, welches in römischer Zeit Hauptstadt der Provinz Asia war. Hier in Efes sieht auch das archäologisch ungeübte Auge immer noch das Bild einer antiken Großstadt so deutlich, wie sonst wohl nirgendwo in der Türkei. Viel ist erhalten bzw. restauriert. Beeindruckend die Fassade der zweistöckigen Bibliothek, Theater, Brunnen und Tempel. Der geheime Gang, welcher von der Bibliothek ins Innere des Freudenhauses führte, ist allerdings verschüttet. Wenige Kilometer entfernt das Marienhaus in Seldcuk, seit 1892 päpstlich anerkannter Wallfahrtsort. Es wird in Abschnitten sonnig und etwas wärmer.

Weiter geht es nach Pamucak, diesen Platz haben wir vor gut 20 Jahren auf der Suche nach einem Schlafplatz gefunden. Ob es ihn noch gibt? Ja und nach wie vor kann man viele Kilometer auf dem festen Sandstrand fahren. Auch den kleinen Campingplatz mit Restaurant und deutsch/türkischen Besitzern gibt es noch. Besucht haben wir aber beides nicht.

Übernachtungsplatz Nr. (3) Strand nahe Pamucak, 15 Uhr, 285 km

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re auch ein guter Übernachtungsplatz

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Frühstück für alle

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Efes ist immer ein Erlebnis

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Hier am Strand von Pamucak schliefen wir, allein und deshalb auch sehr ruhig

Samstag, 10. Februar

Am Morgen lacht noch die Sonne, dann auf unserer Fahrt zu den Sinter-Terrassen in Pamukkale wird es trüber. Hier hat sich seit unserem letzten Besuch sehr viel geändert. Die Hotels sind dem Erdboden gleich gemacht, es entstand ein kleiner Park, aber auch die Auffahrt zu den Badestellen ist gesperrt. Standen wir früher noch direkt an den Badegumpen, erfordert dies nun einen Fußweg von einigen Minuten (barfuß! Ist vorgeschrieben). Also nicht der Traumplatz für eine Nacht.

Wieder geht es über Berg und Tal über Marmaris nach Cubucak (Richtung Landzunge Datca). Wir wollten auf den dortigen Picknickplatz, hier gibt es aber eine richtige Schranke (!). Der Platz brannte vor einiger Zeit ab, wurde renoviert und ist von Mai bis Oktober als Orman Picknick / Camp offen. Inzwischen ist es stockdunkel, aussichtslos noch einen Waldparkplatz zu finden. Also weiter nach Datca, auf freier Strecke steht das Restaurant von Sherif. Kaum standen wir, um nach einer Möglichkeit zum ruhigen Übernachten zu schauen, bat uns der Inhaber auf sein Grundstück, Elektrokabel, welche die Einfahrt verhindert hätten, wurden von ihm gekappt und wir standen im Garten.

Von der ganzen Familie begrüßt, saßen wir nach dem Essen in trauter Runde mit dem Gastgeber am offenen Kamin und unterhielten uns in „handfußtürkischenglischdeutsch“, schön war's. Auch hier wurde uns der Schlüssel zum Haus wegen der Dusch- bzw. Toilettenbenutzung angeboten.

Übernachtungsplatz Nr. (5) östlich von Datca, 19 Uhr, 463 km

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Unterwegs nach Pamukkale

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Pamukkale

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Hirte

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Unser Nachtplatz

Sonntag, 11. Februar

Nach dem Frühstück fahren wir nach Datca. Stadtbummel, einkaufen und dann weiter zur Spitze der Landzunge und zu den Ruinen von Knidos. Schlechte Straße, aber recht gute Stellplatzmöglichkeit bei den Ruinen oberhalb der Steilküste. Nachdem wir Efes gesehen hatten, waren wir nun von Knidos etwas enttäuscht, auch fehlte uns die richtige Sachkenntnis, um diese Ausgrabungen zu würdigen.

Es kam Sturm auf, jetzt standen wir nicht mehr richtig. Also zurück bis ca. 10 km nach Marmaris. Hier fanden wir auf einem Orman Picknick die gewünschte Ruhe. Na ja, die in der Nähe vorbeiführende Nationalstraße war ab und zu hörbar

Übernachtungsplatz Nr. (4) nahe Marmaris, 15 Uhr, 158 km

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Datca, Hafen

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Platz bei Knidos

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Orman Platz nach Marmaris

Montag, 12.Februar

Wir fahren nach Fethiye. Wird doch keine Bucht so viel fotografiert wie Ölü Deniz südlich der Stadt. Die Bucht ist touristisch voll erschlossen und gleicht im Winter einer Totenstadt. Türkisblau war sie heute immer nur wenige Minuten. Der dortige Orman Platz war wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, nachdem wir vorbeifahrende Polizisten nach einer Ausweichmöglichkeit fragten, wurde uns die Übernachtung erlaubt. Hier am Rande der Lagune war es wirklich sehr schön.

Übernachtungsplatz Nr. (6) Fethiye, 12 Uhr, 150 km

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Olü Deniz ist nicht immer blau

Dienstag, 13. Februar

Schönes Wetter. Wir fahren durch mit Plastik geschützte Plantagen nach Kale, dem antiken Myra. Der Hl. Nikolaus hatte hier gelebt und wird hemmungslos, meist kitschig, vermarktet. Die Kirche, seit unserem letzten Besuch kaum sichtbar unter Folien vor der Witterung geschützt, haben wir nicht besucht. Uns interessierten die lykischen Felsgräber, die wir in ca. 30 Minuten zu Fuß erreichten. Die Anlage ist nach unserer Einschätzung sehenswert.

Was uns hier zum ersten Mal richtig auffällt ist, dass die Währung in den Hochburgen des Tourismus der Euro ist, verblüfft wird umgerechnet – wir haben keine Euro dabei. Trotzdem auch mit YTL konnten wir in dem kleinen einfachen Restaurant bezahlen. Nachmittags geht es weiter auf einen Orman Picknickplatz ca. 10 km östlich von Kemer.

Nachts erhielten Gisela und Jürgen Besuch von der Polizei, sie warnte und bat, bei evtl. Klopfen nicht zu öffnen. Jürgen meinte deshalb, wenn es so gefährlich wäre, sollten sie uns doch bewachen – was sie dann auch taten. Alle paar Minuten sahen wir durch die Dachluke das Auto mit blinkendem Blaulicht direkt an unserem Strandplatz vorbeifahren.

Übernachtungsplatz Nr. (7) östlich von Kemer, 16 Uhr, 277 km

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Felsengräber in Myra

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Unser Übernachtungsplatz

Mittwoch, 14. Februar

Heute überlegten wir, ob wir den Abstecher nach Termessos, der auf 1.000 m Höhe gelegenen antiken Gebirgsstadt, machen sollten. Hier schreibt unser Reiseführer: „Wenn Ruinen atemberaubend sein können, dann die von Termessos“. Aber wir durften 1983 noch ohne jede Einschränkung in diesem Nationalpark mit dem Mobil fahren, erhielten am Eingang nur einen Hinweis auf ideale Übernachtungsstellen. Inzwischen ist alles eingezäunt, das Orman Camp im Winter geschlossen und das Wetter trüb. Wir entschieden uns gegen die Stadt.

Heute wollten wir auch Toni, einen Chatfreund von Jürgen besuchen. Er hat in der Nähe von Serik, ein Haus und ist z.Zt. mit seinem PKW dort. Wir plaudern, Toni fährt uns mit seinem Auto nach Aspendos und am Abend gibt es ein gemütliches Zusammensein in der Kneipe.

Übernachtungsplatz Nr. (8) Colaci, 12 Uhr, 126 km

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Das Theater in Aspendos

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misches Aquädukt in der Nähe

Donnerstag, 15. Februar

Für heute hat Toni eine Tour zum Köprülü Canyon vorgeschlagen. Wegen dem einsetzenden Nieselregen ließen wir es sein. (Wäre bei anderem Wetter sicher ein Erlebnis gewesen)

Nach der Fahrt über die bergige Küstenstraße erreichen wir Anamur. Es ist jetzt sehr warm und ich zippe meine Hosenbeine kürzer.

Wir besuchen die Ruinen des antiken Anamurium und fahren dann weiter zu einem schönen Orman Camp. (Kostet jetzt ca. 5 Euro Gebühr, dafür gibt es aber auch Sanitäranlagen mit Duschen, Küche mit Kochplatten, Kühlschrank und im Gelände Strom.)

Hier sind wir für einige Zeit richtig.

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Das antike Anamurium

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Hier lässt es sich doch aushalten, oder?...

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...und Jürgen bäckt das Brot dazu

Der Strand

Wir lesen: „Auch wer schon viele Burganlagen gesehen hat, wird von Anamur fasziniert sein“. So stellt man sich eine Burg vor. Überrascht dann im Inneren von der Moschee, in der immer noch gebetet werden kann.

Wir bleiben, backen Brot, sitzen an den auf allen Orman Plätzen üblichen Tisch-Bank-Kombinationen – wir relaxen (nun, so ein bisschen Handwäsche wird dann auch aufgehängt)

Übernachtungsplatz Nr. (9) Anamur, 13 Uhr, 212 km

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Spaziergang durch die Burganlage

Samstag, 17. Februar

Eigentlich hätten wir hier noch einen Tag bleiben können, aber es zog uns weiter, immer weiter nach Osten, kamen doch bald neue interessante und noch wärmere (?) Abschnitte. Wir waren eben – wie meist bei Reisen – neugierig auf das Fremde.

Das schöne Wetter blieb uns treu. Silifke (hier in der Nähe fand Kaiser Barbarossa beim Baden den Tod) und Kizkalesi. Hier gibt es alles in einem: Landburg, Sandburg, Hotelhochburg und diese malerische Inselfestung – weiße Mauern im blauen Wasser „die Mädchenburg“, die 100 m vom Strand im Meer liegt.

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Kizkalesi

Nun Erdemli. Diesen Orman Camp kannten wir schon seit sehr langer Zeit. Trotzdem waren wir enttäuscht, da er sehr schmuddelig geworden war. Es wurde wohl zu schnell versucht, aus dem Picknickplatz auch ein Camp zu machen, was hier wohl keiner brauchte und wollte, also ließ man alles vergammeln. Betraf uns in der Praxis nicht, störte aber das sonst bei diesen Forstplätzen angenehme Ambiente.

Der Platz war bis auf einige Leute, die grillten, leer. Am Abend erhielten wir von 2 türkischen Mobilen Gesellschaft, welche wie wir hier das Wochenende verbrachten.

Das Städtchen (vielleicht 40.000 Einwohner) war nur wenige Kilometer entfernt, wir aber winkten schon nach kurzer Zeit einem Dolmus, um für ca. 15 Cent ins Zentrum zu fahren. Bummeln wollten wir und auch einiges einkaufen. Zurück schonten wir ebenfalls unsere Füße.

Übernachtungsplatz Nr. (10) Erdemli, 13 Uhr, 174 km

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Der Platz

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Der Strand

Montag, 19. Februar

Es wird überraschend etwas kühler, bleibt aber schön. Die zum Baden zumutbaren Strände hörten auf. Wohnblocks und Industrieanlagen fast durchgehend bis Adana. Wir wollten in die Cukurova, sollte doch diese Region zusammen mit dem Hatay zu den im Winter wärmsten Gegenden der Türkei gehören.

Am südlichen Ende der Halbinsel wurde Fisch und Wein gekauft und raus ging es aus der Stadt und auf Stellplatzsuche. Der dortige Orman Picknickplatz wird „modernisiert“ (hier mit Miethütten verschönert). Nachdem wir auf Asphalt und nur mit Meerblick hätten stehen müssen, suchten wir weiter. Am Ortsende wurden wir fündig – allerdings nur für eine Nacht als gut befunden. Hier hätten wir noch etwas intensiver suchen sollen – wieder zuhause fand ich nämlich einen Hinweis auf gute Stellplatzmöglichkeiten beim Leuchtturm.

Übernachtungsplatz Nr. (11) Karatas, 12 Uhr, 198 km

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Wir bekommen Besuch, zum Abendessen ist es aber noch zu früh

Dienstag, 20. Februar

Wir fahren wieder zurück, um uns die große Moschee in Adana anzuschauen. Direkt am breiten Seyhan Fluss, den noch eine 300 m lange Brücke aus römischer Zeit überspannt, entstand in den 90er Jahren diese riesige Kirche mit 6 Minaretten – so viele hatte bisher nur die „Blaue Moschee“ in Istanbul.

Anschließend ging es auf schneller Straße Richtung Syrien, nachdem wir den vorgesehenen Stellplatz in Iskenderun nicht auf Anhieb fanden, fuhren wir noch einige Kilometer weiter, bis wir in einem kleinen touristisch angehauchten Städtchen einige 100 m nach dem Zentrum fündig wurden.

Hier verbringen schon viele Syrier ihre Freizeit – gibt es in der Türkei doch einiges, was im Heimatland verboten ist, Alkohol, Sex-Kinos und mit etwas suchen noch einiges mehr.

Übernachtungsplatz Nr. (12) Arzuz, 15 Uhr 217 km

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Die große Moschee

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Fischer und Stellplatz in Arzuz

Mittwoch, 21.Februar

Weiter geht's bei schönem Wetter der Küstenstraße entlang zur Grenze. Auf der ADAC Karte endete diese Straße einige Kilometer hinter unserem Übernachtungsplatz. In einem unserer Führer wurde die Straße als sehr schlecht bezeichnet, auf der Straßenkarte war sie aber noch als unbefestigt eingezeichnet. Später lasen wir im Führer vom MM-Verlag, dass die Passage nur mit robusten Geländefahrzeugen zu bewältigen wäre – recht hatte der Autor (wir lasen es erst im nachhinein). Die erste Furt (von Straße keine Spur mehr) schafften wir, bei der zweiten gab es für uns kein weiterkommen, als uns dann noch Motorradfahrer von der dritten Furt berichteten, fuhren wir die schlechte Straße wieder 30 km bis Arzuz zurück. Dann auf die Autobahn bis Antakya, die Stadt durchqueren, bis wir nach Cevlik einen idyllischen Platz an der steinigen, steilen Küste fanden. Jürgen hatte von den ankommenden Fischern frische Fische besorgt, welche er selbst ausnahm und die wir anschließend außerhalb der Mobile zubereiteten.

Nachts bekamen wir dann Besuch. Dieses Mal von mit Gewehren bewaffneter Miliz. Aber auch diese Leute waren nur neugierig, nach für sie recht lustiger Passkontrolle, sie amüsierten sich über die Visaeinträge, wünschten sie uns weiterhin ruhigen Schlaf. War wohl unsere Schuld: wir standen außerhalb der Ortschaft doch sehr nahe an der Grenze zu Syrien. Jetzt kam auch noch wirklich schwerer Sturm auf. Selbst standen wir einigermaßen geschützt durch hohe Felsen.

Übernachtungsplatz Nr. (13) Küste bei Cevlik, 14 Uhr, 172 km

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Das erste Mal schafften wir's noch...

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...dann gaben wir auf

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Im Hafen von Cevlik

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Der Übernachtungsplatz

Donnerstag, 22. Februar

Hier wollten wir länger bleiben aber der Sturm hält an. Der Aufenthalt draußen war nur im Windschatten der Fahrzeuge möglich. Von wegen Strandspaziergang, wäre nicht sinnvoll gewesen. Wir entschließen uns, den Sturm nicht abzuwarten, sondern die Wärme zu verlassen und in die Hochebene Kappadokiens zu fahren. Schließlich hatten wir keinen Badeurlaub geplant.

Etwas später wie üblich fuhren wir los. Heute war es bereits 8 Uhr (MEZ).

Sonnenschein und Sturm waren unverändert. Also auf in die Berge – aber vorher noch nach Samandag zum Einkaufen.

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Immer noch wird er verehrt

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Die „Einkaufsmeile”...

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...und immer wieder wurden wir eingeladen und uneigennützig beschenkt

Auf der Höhe des Passes Kolsuz Gec (1.600 m) verließen wir die Hauptstraße, fuhren einige Kilometer abseits, um auf einem freien Platz mit festem Untergrund die Nacht zu verbringen.

Übernachtungsplatz Nr. (14) Nähe Pass Kolsuz, 16 Uhr, 365 km

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Schlafplatz

Freitag, 23. Februar

Weiter geht es nach Norden, wir wollen nach Derinkuju. Heißt es doch, wer diese Stadt nicht gesehen hat, hat auch Kappadokien nur zur Hälfte gesehen. Es gibt rund 50 dieser unterirdischen Städte, erst 36 sind ausgegraben, aber die wenigsten sind zugänglich. Die ersten Siedlungen sollen bereits vor 4000 Jahren entstanden sein. Bis zu 80 m geht es in die Tiefe, ein Be- und Entlüftungssystem machte den Aufenthalt und das Heizen möglich. Alles war vorhanden: Brunnen, Trauben wurden gekeltert und weiterverarbeitet. Hier in der Tiefe und von außen unsichtbar war man autark. Selbst Friedhöfe wurden gefunden – und zu den Nachbarstädten gab es viele kilometerlange unterirdische Gänge, die nur zum Teil verschüttet sind.

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Unter der Erde, wenn man will stundenlang

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Es bewölkt sich, wird kälter und wir kommen in die „Mondlandschaft“ um Göreme. Hier in dieser bizarren Erosionslandschaft suchten Menschen ebenfalls schon seit Urzeiten Zuflucht. Bis zu acht Stockwerke wurden Wohnungen in die Erde und in die aufragenden Tuffsteinpilze nach oben gemeißelt. Später kamen Mönche und gründeten christliche Städte. Die Wohnzellen und Kirchen wurden mit Fresken geschmückt (oft Fotografierverbot). Hier entstand das weltweit größte Museum byzantinischer Malerei.

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Bis in die 70er Jahre waren manche Höhlen noch bewohnt. Auch die damalige Hippie-Bewegung war vom angenehmen Klima im Innern begeistert. Später wurde hier rigoros wegen der hohen Unfallgefahr ausgesiedelt. Lediglich einige wenige Höhlen sind noch erlaubterweise bewohnt.

Wir übernachten auf dem Parkplatz des Open-Air-Museums und sind nach Einbruch der Dunkelheit alleine. Das Dorf ist doch einige Kilometer entfernt.

Übernachtungsplatz Nr. (15) Göreme, 12 Uhr, 147 km

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Sind wir hier denn auf dem Mond?...

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...Nein in Göreme. Wenige Räume sind aber noch bewohnt

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re dies nicht auch ein Schlafplatz für Euch?

Samstag, 24. Februar

Es ist sehr kalt. Wir besichtigen am Vormittag nochmals Kirchen und Gewölbe. Die Wege waren mit Eis überzogen. Das nächste „highlight“ ist in Bogazkale. Hier, 200 km östlich von Ankara, liegt die wichtigste Ausgrabungsstädte der Hethiterkultur. Dieses indogermanische Volk kam ca. 2000 v. Chr. von Norden und war ca. 1500 v. Chr. eine Großmacht, welche Ägyptens Pharaonen standhielt. Hier beim Dorf Bogazkale befand sich die Hauptstadt Hattusa. Viele Kilometer kann man durch das Gelände fahren - oder besser - wandern. Zwei Kilometer weiter sahen wir uns dann das Felsheiligtum Yazilikaya an. Die Reliefs waren beeindruckend, leider war das Licht zum Fotografieren schon zu schwach. Die Kunstwerke sind nur schemenhaft auf den Bildern zu erkennen.

Zum Schlafen fuhren wir auf den Parkplatz eines Motels, wo wir auch zu Abend aßen.

Übernachtungsplatz Nr. (16) Bogazkale, 17 Uhr, 264 km

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Heiligtum Yazilikaya, die antike Hauptstadt der Hethiter

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Hier verbrachten wir die Nacht

Sonntag, 25. Februar

Es ist beim Frühstück sonnig und das Thermometer zeigt MINUS 8°. Leichter Schneefall, auch an der Küste des Schwarzen Meeres. Wir umfahren Samsun auf der Ringstraße und – jetzt geht es erstmals nach Westen, also heimwärts – wir suchen und finden bald einen ordentlichen Stellplatz am Ende des kleinen Hafenortes Taflan.

Übernachtungsplatz Nr. (17) Taflan, 13 Uhr, 278 km

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Gutes Wasser findet man sehr häufig

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Auch auf Asphalt lässt sich's Schlafen

Montag, 26. Februar

Heute ist es bereits 10 Uhr, als wir starten. Die Sonne lacht, aber es bleibt kalt. Unterwegs halten wir im Küstenstädtchen Gerze, besuchen den Markt, den Geldautomaten und gehen einkaufen. Wasser wird gebunkert, was bei den vielen Brunnen an der Straße nie ein Problem war. Wir kommen nach Sinop, finden keinen vernünftigen Stellplatz, fragen und werden immer wieder an die öffentlichen Strände verwiesen – immer im Ort. Wir fahren weiter immer der Küste und dem Meer entlang.

Nach ca. 15 km finden wir einen gebührenpflichtigen Picknickplatz, sehr schön am Fjord Hamsilos gelegen, dem Fjord vorgelagert ist das Kap Inceburun mit Leuchtturm, was dann unser Wanderziel ist.

Wir bleiben, knüpfen Kontakte mit den Fischern, bekommen Fisch und relaxen. Jetzt können wir auch außerhalb des Mobils unsere Fische braten, draußen sitzen und essen.

Übernachtungsplatz Nr. (18) Fjord Hamsilos, 13 Uhr, 157 km

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Der Stellplatz

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Das Kap

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Heute gibt's Fisch

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Donnerstag, 1. März

Es wurde Zeit weiterzureisen. Morgennebel. Auf kurvenreicher Straße mit oft atemberaubenden Ausblicken erreichen wir Cide.

Der Platz am Hafenende ist nicht schlecht – zumal all unsere vorherigen Versuche, irgendwie von der Steilküste in eine Bucht zu kommen, scheiterten. Positiv ist auch die Hafenkneipe, die wir zum Abendessen besuchen.

Übernachtungsplatz Nr. (19) Cide, 16 Uhr, 245 km

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Auf der Straße nach Cide

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Freitag, 2. März

Bei schönem Wetter und auf extrem schlechter Straße (wir blieben auf der Nebenstraße) – die 30 km/h Schilder erscheinen uns wie Hohn – erreichen wir Eregli. Sehr schwierige Stellplatzsuche, weiter nach Agcakoca, es war Freitagnachmittag und in Strandnähe und Stadt war „der Teufel los“. Raus aus dem Trubel. Und wie immer, wenn es etwas schwierig wurde, sprach uns jemand an und gab Stellplatz-Infos. Wir fuhren in eine Hotelanlage der gehobenen Kategorie, bekamen einen angenehmen ruhigen Schlafplatz und ein sehr preiswertes gutes Abendessen. Alles direkt am Strand.

Übernachtungsplatz Nr. (20) Agcakoca, 18 Uhr, 276 km

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Leider fanden wir an dem schönen Stausee keinen Stellplatz...

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...und hier auch nicht

Samstag, 3. März

Gleich Richtung Autobahn. Sehr starke Regenschauer, die manchmal etwas nachlassen, um dann stärker zu werden. Stadtautobahn Istanbul, Stellplatz Marmarameer gestrichen, immer stärker wird der Regen – und dann scheint plötzlich die Sonne. Es ist tatsächlich warm. Wir sind bereits auf dem Weg nach Norden und suchen einen Stellplatz. Überall, wo es uns gefallen könnte, an den vielen Seen sehr viele Menschen (Istanbul ist nahe), überall wird gegrillt und gefeiert. Wir wollen Ruhe und nach der Stadt Kirklareli, wo wir nochmals einkaufen, fahren wir in einen zuerst befestigten, dann sandigen Feldweg, bis zu einer kleinen Lichtung – hier sind wir richtig und verbringen die letzte Nacht in der Türkei.

Übernachtungsplatz Nr. (21) nach Kirklareti, 17 Uhr. 492 km

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Wer will hier auf Stellplatzsuche gehen?

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Aber hier wurden wir dann fündig

Sonntag, 4. März

Sehr freundliche und einfache – wie eigentlich immer – Grenzabwicklung. Kauf der Vignette für die Straßenbenutzung 4,80 und 5 Euro für die Fahrzeugdesinfektion waren zu bezahlen.

Die Grenzer empfahlen uns noch, eine andere als die geplante Straße zu nehmen, nur wenige Kilometer weiter, aber besser. Die Stellplatzsuche in Bulgarien war zeitraubend. An den Stränden die riesigen Hotelanlagen, zwischen den Orten war der Strand nicht ansprechend und öfters vermüllt. Auch wollten wir einen Platz, der nicht sofort von der Straße einsehbar war. Wir suchten auf getrennten Wegen. Als eine Strandzufahrt eng wurde, wollte ich, statt rückwärts zu fahren, wenden. Die erste Hälfte klappte, dann blieben wir im Schlamm stecken. Wir versuchten es mit unseren mitgeführten Bergungshilfen – negativ. Als sich nach einiger Zeit Jürgen über Funk meldete, schilderten wir unser Malheur. Dieser nasse Lehm war wie Schmiere, Reifenprofile und genoppte 100 cm lange „Bleche“ aus PVC (wir hatten davon 4 Stück dabei) waren absolut zwecklos, die Räder rutschten trotz Sperre wie auf Seife. Jürgen befreite uns dann mittels langem Bergegurt aus der Misere.

An der weiteren Suche nach einem schönen Strandstellplatz hatten wir nun die Lust verloren. Heute wollten wir festen Boden unter den Rädern und die Möglichkeit, die Bergungshilfen zu säubern. Wir fuhren nordwärts, durch Burgas nach Nessebar. Hier in diesem Städtchen, dessen alter Teil sich auf einer Halbinsel zusammendrängt, wurden wir fündig. An der Strandpromenade ganz weit hinten standen wir ideal und ungestört. Im Sommer ist dies der Parkplatz für Tagesgäste und kostet 8 Euro, im Winter waren wir alleine.

Jetzt stellten wir fest, dass Jürgens Nummernschild fehlte. Mit einem Fahrzeug machten wir uns auf die Suche. Sicher war nur: bei unserer „Rettungsaktion“ war es noch da. Also zurück und suchen - leider ohne Erfolg.

Übernachtung: Nessebar , 15 Uhr, 379 Kilometer

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Parkplatz, bevor wir fündig wurden

Montag, 5. März

Gleich am Morgen starteten wir nach Varna. Jürgen wollte wegen des Nummernschilds ein Protokoll aufnehmen lassen. Wir warteten auf einem Parkplatz. Als sich herausstellte, dass diese Behördengänge noch bis 17 Uhr dauern könnten, machten wir uns auf die Stellplatzsuche. Vernünftigerweise zuerst nach Norden. Stichstraße um Stichstraße fuhren wir rein und wieder zurück. Ketten, Schranken, drastische Verbotsschilder, also weiter. Dann sahen wir ein Hinweisschild zu einem Ferienclub. In der Annahme, dass dieser direkt am Wasser liegt und leere Parkplätze aufweist, machten wir noch einen Versuch. Dies war kein Platz für die Nacht. Bereits beim ersten Orientierungsstop wollten herumlungernde Gestalten unsere Tür öffnen. Die war natürlich versperrt – trotzdem Schluss mit der Suche am nördlichen Strand. Wieder gen Süden. Hier hatten wir am Vormittag schon eine große Tankstelle gesehen, welche wir als „übernachtungsgeeignet“ einstuften. Auf dem Weg dorthin entschlossen wir uns, noch 80 km weiter und zurück nach Nessebar zu fahren. Wir telefonierten mit Gisela und Jürgen, die beiden hatten noch einen Termin mit Staatsanwalt und Dolmetscher, wollten verständlicherweise nicht nochmals bei Dunkelheit die Strecke zurück. Wir wollten uns aber noch das idyllische Nessebar anschauen und auf dem gleichen Stellplatz übernachten. Am Abend, es war seit einiger Zeit dunkel kamen Jugendliche (eher Kinder), die ohne Licht ihre Fahrversuche mit einer Quad um uns herum starteten. Gewonnen hatte wohl der, welcher möglichst nahe an uns vorbeifuhr. Nachdem der Kiesel öfters regelrecht an unser Mobil klatschte, verließen wir diesen unwirtlichen Ort, um an „unsere“ Tankstelle zu fahren. Hier zwischen zwei Orten schliefen wir ruhig.

Übernachtung: ca. 35 km südl. von Varna, 21 Uhr, 340 km

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Das alte Nessebar auf einer Halbinsel

Wechselbilder

Dienstag, 6. März

Früh um 7 ging es los, wollten wir doch noch vor dem Hauptberufsverkehr durch Varna und um 8 bei Gisela und Jürgen sein. Die beiden hatten nach Abschluss ihrer Behördenaktionen nach keinem Stellplatz mehr geschaut, sie sind gleich nach Norden und haben ebenfalls einen „Not“schlafplatz an einer großen Tankstelle angefahren.

Das Wetter wird immer schöner. Wir suchten einen Platz, wo „Campingleben“ möglich war.

Kurz vor einem Dorf eine kleine Tankstelle, dahinter riesige Wiesenflächen wäre ideal. Wir fragten und erhielten sofort die Erlaubnis.

Übernachtung: bei Grivita, 15 Uhr, 368 km

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“Unsere” Campingwiese

Mittwoch, 7. März

Durch den Morgennebel zeigte sich schon bald die Sonne. Kalt war es trotzdem (ca. 8°) Heute wollten uns Gisela und Jürgen zu dem ersten Kloster führen. Die beiden bereisten Rumänien bereits vor vielen Jahren. Moldau-Fürst Stefan soll nach jeder siegreichen Schlacht ein Kloster erbaut haben, auch seine Nachfolger behielten den Brauch bei – und ihre Kriege waren erfolgreich. So entstanden in der wiesenreichen Bukowina viele Klöster. Weltberühmt sind die Fassadenmalereien.

Wir fuhren heute bis zum Kloster Neamt. Nach der Besichtigung schauten wir nach einem Schlafplatz – möglichst mit Restaurant – gab es zwar, aber nicht ideal. Also wieder zurück auf den Asphalt vor dem Kloster und den Herd angemacht. Hätten wir das Kochen doch beinahe in den letzten Tagen verlernt.

Übernachtung: beim Kloster Neamt, 14 Uhr, 380 km

Wechselbilder

Die Klosteranlage mit WoMo-Stellplatz (?)

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Donnerstag, 8. März

Wir besichtigen die Moldauklöster Sucevita und Moldavita, fahren dann auf oft schlechter Straße auf die Passhöhe Prislop. Dort oben im tiefen Schnee, Jürgens Stock von ca. 100 cm reichte nicht die Höhe zu messen, fanden wir bei einer Berghütte einen Platz nach unserem Geschmack. Klar, heute bleibt die Küche kalt....

Übernachtung: Passhöhe Prislop, ca. 15 Uhr, 280 km

Wechselbilder

Kloster Sucevita. Von außen wie eine Burg,
im Innenhof schon faszinierend.

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Klosteranlage Moldavita

Wechselbilder

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Unser Platz in der Nacht

Freitag, 9. März

Wir fahren durch die Region Maramures, diese gebirgige Landschaft an der Grenze zur Ukraine, ist für ihre Holzbearbeitung bekannt. Wir sehen viele schön verzierte Kirchen und Häuser aus Holz. Lange wollen wir uns aber nicht aufhalten, zuviel haben wir schon vom Friedhof in Sapanta gehört, wir haben es eilig hinzukommen. Tanken, im großen Supermarkt einkaufen, bald sind wir dort.

Heiter und farbenfroh wird hier der Verstorbenen gedacht, Hobbies, Tätigkeiten, die sie liebten, und die Ursache des Todes werden in Halbreliefs und Bildern gezeigt. Ein Erlebnis. Leider konnten wir die begleitenden Texte nicht lesen.

Trotzdem für einen Schlafplatz ist es noch zu früh. Weiter bis über die Grenze nach Ungarn.

Hier fanden wir am Ende eines kleinen Ortes hinter dem Sportplatz ein Wiesenstück.

Übernachtungsplatz Vaja, 16 Uhr, 278 km

Wechselbilder

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Übernachtungsplatz Vaja

Samstag, 10 März

Schon früh standen wir auf und erhielten gleich Besuch. Ein netter Ungar aus den nächstgelegenen Häusern bot uns Kaffe an.
Bald fuhren wir auf der Autobahn, unterbrachen die Reise kurz vor der Grenze, um bei einem Supermarkt einzukaufen.

Grenzübertritt, Kauf der Vignette und bald erreichten wir das Tagesziel.
Übernachtung: Deutsch Jahrndorf, 14 Uhr, 479 km

Montag, 12. März

Bei schönem Wetter starteten wir um 6 Uhr zur Heimreise. Soweit möglich via Autobahn.

Heimathafen, ca. 14 Uhr, 542 km

Nachwort

Es war eine schöne Tour. Eine erfolgreiche Tour. Der Hauptgrund dafür waren unsere Freunde Gisela und Jürgen.

Wir sind gewohnt alleine zu reisen, aber bei diesen Bedingungen im Winter wäre die Fahrt wohl zum Scheitern verurteilt gewesen. Es hat seinen Reiz mal alleine im Wald am Feuer zu sitzen, aber auf Dauer und ohne wenigstens hin und wieder andere Reisende zu treffen, wird es bald langweilig. (?)

Vor allem aber machte es Spaß, gemeinsam etwas zu unternehmen, gemeinsam am Abend das Erlebte noch zu bereden, es war nach unserem Empfinden zu viert einfach schöner.

Eines vielleicht noch. Während der Reise trafen wir ein Mobil aus Europa, einmal überwachten Leute vom Mobil aus ihren Hausbau, einmal hatten wir übers Wochenende Gesellschaft von zwei türkischen Mobilen. Das war's.

Das Klima:
Wie überall beschrieben, im östlichen Teil des Mittelmeers für „Überwinterer“ geeignet.

Übernachtung:
Vom türkischen Tourist-Büro gibt es sehr gute Unterlagen über Campingplätze und Ormanplätze. Auch der Hinweis fehlt nicht, dass in der gesamten Türkei in den Naturparks und an den Stränden sowie an allen öffentlichen Grundstücken frei gezeltet bzw. mit Campingfahrzeugen übernachtet werden darf. Über die anderen Länder hatten wir keinerlei Unterlagen – es ging leicht ohne. Einen „richtigen“ Campingplatz mussten wir nicht aufsuchen.

Reiseunterlagen:
Die Planungskarten vom ADAC, Unterlagen vom türkischen Büro, uralter Polyglott und den neuesten Türkei-Führer vom Michael Müller Verlag (sehr zu empfehlen). Zum Fahren nahmen wir die Karte vom Verlag RKH, die allerdings einmal eine Straße aufführte, die nicht zu befahren war. Unsere Freunde hatten den neuesten Führer vom RKH Verlag.

Route:
Die Reise war als Schnuppertour geplant, um in kurzer Zeit – ohne Stress – vieles zu sehen. Ganz bewusst wurden deshalb auch Bursa und Istanbul ausgespart. Konya wäre schön gewesen, passte aber überhaupt nicht in die Routenplanung.

Grenzabwicklung:
Wie gewohnt. Schnell, überall sehr freundlich, weder Schikanen noch Kontrollen. Ich denke, dass der längste Grenzübertritt (von Bulgarien in die Türkei) nicht einmal eine halbe Stunde dauerte.

Fahrzeug:
Bei insgesamt 10.019 gefahrenen Kilometer gab es keine erwähnenswerten Schwierigkeiten.

Nun sind wir also wieder daheim, den nächsten Urlaub haben wir schon fix. Und mit der Sommerreise sind wir mitten in der Planung. Beide Male werden wir alleine auf Tour gehen.

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