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Syrien und Jordanien 10. März - 25. April 2010 von Ingrid und Hans Lautenbacher
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Eine Tour mit dem Camper – Frühjahr 2010
…….. ja warum denn gerade nach Nahost? Das ist ja ewig weit, da seid Ihr ja viele Wochen unterwegs – außerdem habt Ihr nicht einmal den Osten Deutschlands bereist.
Unsere Antwort war sehr einfach: "Dort waren wir auch noch nicht." Noch sind wir in der Lage, größere Touren zu fahren, wer weiß, wie lange noch. Später sind wir dann froh, interessante Ziele in der Umgebung zu finden.
Vor einigen Jahren dachten wir diese Region an, schauten auf Flohmärkten erstmals nach Literatur. Bald hatten wir die gesuchten Bücher von "Reise Know How" und den "Bardorf" zuhause.
Ernst wurde es dann im Sommer 2009 – die Planung begann. Ein Ordner wurde angelegt, Prospekte von "geführten Mobilreisen" und die Routen von ROTEL-Tours wurden studiert und Infos im Internet gesucht. Besonders auf den Seiten von www.wuestenschiff.de wurden wir fündig. Als wir erfuhren, daß Freunde von uns eine ähnliche Tour planten, tauschten wir uns aus.
Im Herbst wurde die Sache konkreter. Bei einem geplanten Zeitrahmen von 6 bis max. 8 Wochen blieb für verschiedene Routen nicht allzuviel Spielraum. Auch unsere Freunde sahen dies so. Welches ist die beste Reisezeit? Als wir auch hier einer Meinung waren, lag doch nichts näher, als die Tour gemeinsam zu fahren. War auch im Nachhinein die richtige Entscheidung.
Jetzt wurden Visaanträge gemeinsam ausgefüllt, die vielen Möglichkeiten der Anreise geprüft und einiges wieder verworfen. Die Rückreise war klarer. Wir hatten hier viel Zeit, während unsere Freunde bald zu ihrer Amerika-Tour aufbrechen wollten. Also mußten sich heimwärts unsere Wege trennen. Noch hatten wir vor, ab Cesme die Fähre nach Ancona zu benutzen. Vorher wollten wir ganz langsam die türkische Küste entlang zockeln und auf jenen Schlafplätzen länger bleiben, die wir schon vor 25 Jahren schön fanden. Nachdem beide Partner Bulgarien und die Türkei recht gut kannten, sollte die Anreise flott gehen. Auch darüber waren wir uns einig.
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Übernachtungsplätze auf der Hinfahrt
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Übernachtungsplätze auf der Rückfahrt
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Wir starten
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Es geht los!
Mittwoch, 10. März
Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes. Wir rechneten mit viel Schnee in Serbien, fuhren bei wechselnder Bewölkung und eisigem Wind ab. Ziel war ein offz. Reisemobil-Stellplatz nahe der Grenze zu Slowenien. Hier wollten wir uns mit den Freunden treffen.
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Unterschwarza, Koordinaten N 46°42’58” E 15°40’34”, 16:00 Uhr, 468 km
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Donnerstag, 11. März
Schnee, Schneeregen in Slowenien, Niesel in Serbien. Sehr schnell wurde es dunkel. Wir fanden keinen geeigneten Übernachtungsplatz, der ruhigen Schlaf verhieß. Doch einige Kilometer nach Belgrad wurden wir fündig. Ein Motel abseits des Autoput hatte nichts gegen eine Übernachtung auf dem Parkplatz. Das Abendessen dort war reichlich, gut und preiswert.
Motel am Autoput, auf Wunsch des Motelbesitzers keine Koordinatenangaben. In der Übersichtskarte wird nur der nächste Ort angezeigt. 18:30 Uhr, 615 km
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Freitag, 12. März
Niesel wechselt mit leichtem Schneefall. Sehr schlechte Straße um Sofia. Es wird dunkel, schwierige Schlafplatzsuche. Kurz vor der Auffahrt zur Autobahn sahen wir ein Hinweisschild zu einem etwas abseits gelegenen Motel mit Restaurant. Dies war, was wir suchten. Angenehmes Abendessen bei Kaminfeuer, reelle Preise und sehr ruhig.
Motel bei Haskovo, auf Wunsch des Motelbesitzers keine Koordinatenangaben. In der Übersichtskarte wird nur der nächste Ort angezeigt. 18:30 Uhr, 555 km
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Samstag, 13. März
Die Sonne scheint! Aber noch in Edirne sahen wir hin und wieder Schneereste. Istanbul: Hier hätten wir besser die nördlichere Autobahn-Umgehung genommen – lange Wartezeit an der Bosporus-Brücke. Wir kauften eine aufladbare Autocard (geht an Zahlstellen schneller) und weiter auf der Autobahn. Übernachtung an einer Raststätte.
Nahe Adapazari, N 40°45'12" E 30°41'46", 17:00 Uhr, 500 km
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Sonntag, 14. März
Es ist trüb in Kappadokien. Letzte Schneereste sind zu sehen. Eigenartig: wie bereits im Winter 2007 leuchtet die Warnleuchte Dieselfilter an fast gleicher Stelle. Schlechter Diesel? Zündung aus – an und die Fahrt geht weiter. Kommt einige Male vor, in den nächsten Tagen (nach neuem Tanken) dann nicht mehr. An einer Raststätte aßen wir zwar recht gut, schliefen aber durch die Nähe zur Straße eher schlecht. Kalt war's in 1.082m Höhe am nächsten Morgen auch. Wir heizten.
Bei Taspinar (D 750), N 37°49'8" E 34°12'1", 17:00 Uhr, 559 km
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Montag, 15. März
Trüb und schwülwarm. Flotte Fahrt auf neuer Straße: Tarsus – Adana – Gaziantep – nach Süden. Kurz vor der Grenze zu Syrien wurde die Schlafplatzfrage aktuell. Vor Jahren wurden wir nachts gegen 3 Uhr von der Miliz zur Paßkontrolle gebeten. Dies sollte sich nicht wiederholen. In der Bebauung fanden wir nichts, in freier Wildbahn wollten wir wegen Vorgenanntem nicht. Also gleich zur Polizei. Die freundlichen Beamten lotsten uns zu einem Stück Brachland, welches außerhalb des Ortes an eine Tankstelle grenzte.
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Hierher führte uns die Polizei
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Kilis, N 36°43'58" E 37°5'29", 17:00 Uhr, 480 km
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Dienstag, 16. März
Heute sollte der Urlaub beginnen! Wenige Kilometer waren bis zur Grenze Syrien zu fahren, dann begann die etwas unangenehme Abwicklung: zuerst ganz logischer Ablauf – prima. Später bedingt durch den großen Ermessensspielraum der Grenzbeamten bei den Gebühren – Wirrwarr. Nun wir Männer machten es uns leicht, wir delegierten die Arbeit an unsere "besseren Hälften", trotzdem war das Warten unangenehm.
Irgendwann war es dann soweit. Wir waren in Syrien. Das Wetter empfing uns freundlich.
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Der Urlaub beginnt
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Erstes Ziel war der Besuch des Simeons-Klosters. Die auf einem Hügel thronende Ruine bietet schon von weitem einen prächtigen Anblick. Der Legende nach soll Simeon, der später heiliggesprochen wurde, auf einer ehemals 19 m hohen und 2 x 2 m breiten Säule, viele Jahre (30?) seines Lebens verbracht haben. Reste sind zu sehen. Aber auch ansonsten sind die Ruinen der Klosteranlage beeindruckend.
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Reste der Simeons–Säule
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Rundgang
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Für den nächsten Tag war der Besuch von Aleppo geplant, deshalb fuhren wir einen Campingplatz vor der Stadt an. Einen von ca. 5, die es im Land geben soll. In dem kleinen Ort gibt es allerdings sogar zwei. Wir besuchten jenen, welcher uns mehrmals empfohlen wurde. Besitzer ist ein belgisch/syrisches Paar. Der Schwager der Belgierin betreibt den 2. Platz. Wir wurden freundlich aufgenommen und mit Tipps versorgt. Außerdem bekamen wir etwas Geld, um den Mikro-Bus (vergleichbar mit dem türkischen Dolmus) zum Zentrum bezahlen zu können.
Kafr Ame, N 36°8'10" E 36°52'23", 17:00 Uhr, 98 km
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Mittwoch, 17. März
Wir fahren für ca. 0,32 Euro nach Aleppo. Die Fahrt durch den Berufsverkehr war ein Erlebnis. Ein Gehupe, wie wir es selten erlebten, eng an eng fuhren die Fahrzeuge in die Stadt. Aber keine Spur von Aggression, man hupt, um sich zu bedanken, um auf sich aufmerksam zu machen – meist mußten die PKW- Außenspiegel geklappt werden, damit die Fahrt weiter ging. Als Mitfahrer im total überfüllten Transporter konnte man alles ohne Streß beobachten.
Der erste Weg ging dann zum Bankautomaten. Danach begannen wir mit der Besichtigung – unterbrochen vom Mittagessen, welches wir an einem Straßen-Imbiß einnahmen (hervorragend für ca. 1,50 – 2,00 Euro).
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ehm. Karawanen–Herberge Khan al Djumruk
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Omajjadenmoschee
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Zentrum
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Obwohl wir uns auf das Wesentliche beschränken wollten, waren wir viele Stunden auf den Füßen. Altstadt mit Moscheen und Medresen (Koranschulen), Karawanserei, osmanische Häuser. Omajjadenmoschee und Zisterne waren Höhepunkte. Für uns war dann der krönende Abschluß das Bummeln durch den angeblich größten überdachten Basar (12km!) der Welt.
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Zisterne
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alle wollen auf's Bild
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Blick von oben
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Souk / Basar
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Am Abend ging es dann mit dem Mikro-Bus zurück zur mit hohem Eisentor gut verschlossenen Campinganlage.
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Donnerstag, 18. März
Früh geht's los. Über Idlib – Ariha (sollten wir uns die "Toten Städte" näher ansehen? Nein, wir fuhren vorbei) weiter ans Meer, Al-Ladiqiya, Küstenstraße bis Tartus. Die Kreuzritterburg Crac de Chevalier war unser Ziel. Es gibt nach steiler Auffahrt zur Burg einen großen (übernachtungsgeeigneten) Parkplatz. Wir fuhren aber einige 100 m weiter zur Wiese des Restaurants "La ronde table". Der gebührenpflichtige (ca. 4 Euro), 2-teilige Platz bietet einen herrlichen Blick auf die Burg oder auf die weite Ebene. Es gibt ein gepflegtes Sanitärhäuschen mit der Möglichkeit, die Porta Potti zu leeren, und einen langen Wasserschlauch. Wir aßen im Restaurant zu Abend und waren zufrieden.
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Die Burg von außen
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Beim Rundgang
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Crac de Chevalier N 34°45'17" E 36°17'39", 17:00 Uhr, 668 km
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Freitag, 19. März
Nach ausgiebiger Besichtigung der Burganlage der - laut allen Reiseführern – schönsten und am besten erhaltenen Kreuzritterburg Syriens ging die Fahrt weiter bis Damaskus. Das Finden des Campingplatzes war schwierig, er wurde kürzlich um 800 m verlegt, selbst Taxifahrer mußten passen. Alles kein Problem: in unseren Unterlagen hatten wir die Telefonnummer, Anruf genügte, wir waren sehr nahe und nach wenigen Minuten war unser Lotse (der Chef persönlich) da. Er war nicht überrascht, da noch keinerlei Beschilderung da ist und die schlechte Erdstraße nicht zum Suchen animiert.
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Los geht's. Auto geradestellen und ab zur Stadtbesichtigung. Mit dem Mikro-Bus waren wir bald im Zentrum. Damaskus, wo Saulus zu Paulus wurde, diese Stadt, die schon die islamischen Eroberer "Paradies auf Erden" nannten, streitet sich seit Jahrhunderten mit Aleppo, welche nun die schönste sei. Wir schauten uns die Omajjadenmoschee gründlich an und bummelten dann ohne Plan durch die Altstadt. Es war jetzt dunkel und unsere Reiseführer sehr mühsam zu lesen.
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Der Campingplatz
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An einer Garküche gab es die in vielen Variationen angebotenen, "Chicken", nun mit Salat waren sie gut zu essen.
Jetzt aber ein Taxi, war schwierig, da die Fahrer den Platz nicht kannten, wir hatten zwar eine Wegbeschreibung in arabisch (vom Chef des Campingplatzes) aber zum normalen Preis wollte sich keiner bewegen – und wir wollten nicht abgezockt werden.
Damaskus, N 33°33'5" E 36°28'58", 13:30 Uhr, 208 km
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Rundgang durch die alte Stadt
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Schlafplatzsuche war einfach. Es gibt in der gesamten Innenstadt viele Möglichkeiten. Der Busparkplatz, schön unter Platanen, aber tagsüber wegen den vielen Bussen unangenehm. Im Ort gibt es für tagsüber eine Parkpauschale. Der clevere Parkwächter wollte sich eine Nachtpauschale von 5 Euro dazu verdienen. Georg sprach aber mit einem Restaurantbesitzer, vor dessen Anwesen wir übernachten sollten. Nun, vorher war es fast schöner, aber das Essen im Lokal entschädigte wieder. Außerdem war es hier kostenfrei und unmittelbar am Eingang zur, nur zum Teil ausgegrabenen, alten Stadt.
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Wir starteten den Besichtigungsrundgang, pausierten und machten ihn gegen Abend nochmals – es lohnte sich.
Bosra, N 32°31'5" E 36°28'58", 11:00 Uhr, 150 km
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Sonntag, 21. März
Bei schönem Wetter ging es zügig zur syrisch-jordanischen Grenze. Die Abfertigung dauerte wieder lange. Die Syrer hatten bei der Ausreise zwar die Fahrzeuge im Paß ausgetragen, aber nicht die Personen. Alle waren sehr freundlich, immer ein Lächeln und ein "I will help you" auf den Lippen. Trotzdem, wir bekamen einen Brief für die syrischen Kollegen in die Hand gedrückt und mußten entgegen der Fahrtrichtung zurück. Jetzt ging's flott, Paß gestempelt, und ab die Post.
Das Übliche nochmals: Polizei – Zoll – Versicherung. Auch dies ging vorbei – bis ja bis der Versicherungsagent unsere Fahrzeuge sah. Alles retour, alles neu. Obwohl der KFZ-Schein kopiert wurde, obwohl das Gesamtgewicht mit unter 3500 eingetragen war, wurde alles storniert. Wir waren ein Caravan. Alles diskutieren half nichts, statt 25 Euro per Woche mußten wir nun gute 70 auf den Tresen blättern – selbst schuld, wir hätten weiter weg parken können – aber jeder Meter zählt. Dadurch waren es wieder gute 3 Stunden Grenzabfertigung (manche schaffen es in 1 Stunde.).
Übernachtet haben wir recht gut, hoch in den Bergen (944m), Platz beim Hotel "Olive Branch" in der Nähe von Jerash. Schöner Blick in das Tal. Angenehmer Schlafplatz mit Swimmingpool-Benutzung – wenn Wasser darin ist.
Ajlun, N 32°17'44" E 35°51'17", 16:00 Uhr, 105 km
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Montag, 22. März
Schon früh standen wir am Eingang des Visitor-Centers Jerash, Tickets kaufen und die "Wanderung" konnte beginnen. Unser schlaues Buch lehrt uns, daß nirgendwo im Vorderen Orient die Römer soviel gebaut haben wie hier, dem alten Geresa. Für das riesige Areal brauchen viele zur genauen Besichtigung Tage. Wir waren in einigen Stunden "durch" und müde.
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Das alte Geresa
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Blick aufs gelobte Land
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christl. Kirchen...
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Innenstadt
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Nun, die Aussicht vom Nebo ist recht schön, um beeindruckend zu sein, fehlt uns wohl die echte Einstellung. Beindruckend war dann Madaba, die Eintracht der verschiedenen islamischen und christlichen Konfessionen. Da stehen Moscheen neben orthodoxen und römisch-katholischen Kirchen und die Menschen respektieren ohne Vorbehalt den Glauben des Anderen (wie in Syrien auch).
Madaba, bereits im Alten Testament erwähnt, hat viele bekannte Mosaiken, die Künstler sind weitgehend unbekannt. Das berühmteste ist das Landkartenmosaik vom unbesetzten Palästina. Die Karte wurde 1896 mit der St. Georgskirche überbaut.
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Innenraum St. Georgskirche
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Palästinakarte
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Jetzt aber ans Wasser – das Tote Meer lockt. Wenige Kilometer auf der Paßstraße und wir sind dort. Leider beginnt die Dämmerung, schnell auf Schlafplatzsuche. Kein Problem wir fanden einen Strandplatz in der Nähe der Touristen-Polizeiwache. Und noch besser, die Beamten kamen bei Tageslicht, um die Personalien aufzuschreiben – Nachtruhe gewährleistet.
Amman – Beach, N 31°42'6" E 35°35'9", 17:30 Uhr, 136 km
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Dienstag, 23. März
Klar, der Tag beginnt mit einem Bad im Toten Meer. Ist schon recht komisch. Schwimmen geht nicht richtig, liegen ist auch nur fürs Foto interessant und um bei Stehhöhe in die Senkrechte zu kommen, gar nicht so einfach.
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Das Tote Meer
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Mittags geht es weiter, immer dem Ufer des Meers entlang. Entlang des Mujib Nationalparks bis Al-Karak. Hier machten wir einen Fehler, wir fuhren unterhalb von Stadt und Burg vorbei, ohne zu besichtigen. Zu gierig waren wir, bald nach Petra – einem absoluten Highlight – zu kommen. Petra, wir folgten der Beschilderung zur alten Stadt. Viele Parkplätze, viele Schranken, viele Bewacher und die Zahl der Omnibusse ist gigantisch. Auf dem letzten Parkplatz war wohl die Schranke defekt, hier standen 2 Busse und wir stellten uns an das am weitesten vom Eingang entfernte Stück. Rundgang, der Besuch sollte erst am nächsten Tag erfolgen. Die neue Preisliste wurde wohl 2010 der Geländegröße angepaßt. Pro Person und Tag ca. 36 Euro (inkl. einiger Km mit Pferd oder Esel), selbst laufen reduzierte den Preis nicht, wer eine 2er Kutsche wollte, mußte noch ca. 22 Euro drauflegen.
Vielleicht ist heute nicht unser Tag? Im Eingangsbereich sahen wir erstmals in diesem Urlaub das Schild "No Camping", obwohl wir in einigen Reiseberichten gelesen hatten, daß die Übernachtung auf dem Gelände möglich sei, wollten wir die Anordnung respektieren. Also zurück. Bei einer vor dem Ort gelegenen Tankstelle war viel Freiraum – wir fragten und durften bleiben. Aus dem ersten Schlaf wurden wir geweckt. Wie üblich junge Männer im Lederjacken Zivil, auch Polizei wie sonst? Ausweise wurden nicht gezeigt und unsere nicht verlangt, aber wir wurden sehr freundlich angewiesen, den Platz zu räumen. Wir würden auf einem Überhang stehen (was korrekt war) und bei dem Gewicht unserer Fahrzeuge sei dies gefährlich. Direkt unterhalb wurde uns unmittelbar neben einer Moschee ein Platz zugewiesen. Eng war's und ein Mobil aus Frankreich, welches wir schon vorher herumirren sahen, stand bereits dort.
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Laut durch die nahe Straße, aber von der Polizei, welche in Sichtweite ihr Revier hatte, nicht um den weiteren Schlaf gebracht.
Petra, N 30°19'18" E 35°29'55", 17:00 Uhr, 224 km
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Mittwoch, 24. März
Sehr früh waren wir auf den Beinen, die Sonne schien, trotzdem war es in ca. 1.370m Höhe angenehm.
Es gab schließlich wieder einen Höhepunkt zu "erwandern". Petra, die Felsenstadt der Nabatäer in roten Stein gehauen, ist einmalig auf der Welt. Nach der Kutschfahrt durch die Bab-es-Siq Schlucht, die vor 2000 Jahren bereits gepflastert und mit einer Wasserleitung versehen war, sahen wir gleich das imposante Schatzhaus des Pharao, dann eine Anhäufung von Grabkammern, Heiligtümern und Tempel. Ed Deir besuchten wir nicht. Der anstrengende Aufstieg, 200 Höhenmeter und 760 Stufen war uns zu viel.
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Bab-es-Siq Schlucht
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Schatzhaus des Pharao
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Am späten Nachmittag hatten wir unser "Soll" erfüllt, waren todmüde und hungrig. Wasser hatten wir im Fotorucksack dabei.
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Schlafplatz im Wadi Rum
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Wadi Rum N 29°34'41" E 35°29'10", 17:30 Uhr, 125 km
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Donnerstag, 25. März
Wir buchten privat einen Geländewagen mit Fahrer, welcher uns in einigen Stunden durch das Reservat fuhr. Lawrence von Arabien ist hier noch gegenwärtig, wichtiger sind aber Landschaft und uralte Felsgravuren.
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Nachmittags der Start. Welche Richtung? Geplant war Aqaba am gleichnamigen Golf – Puffertag, baden, schnorcheln und alles nur ca. 40 km entfernt, aber die Zeit war knapp und beide Parteien kannten die der Stadt gegenüberliegende Küste in Ägypten. Wir waren uns einig, den Badetag zu kippen, um für die Wüstenschlösser mehr Zeit zu haben. Der Streichung fiel auch Amman zum Opfer. Also zügig auf die Autobahn (besser wäre die Straße Nr. 5 gewesen, welche direkt zu den Schlössern führt) Richtung Norden bis Flughafen Amman. Hier begann ein Hickhack, die auf der Karte eingezeichnete Umgehungsstraße gibt es zwar, aber sie ist militärisches Sperrgebiet wegen des nahen Flughafens. Längst war es dunkel, schließlich wollten wir ursprünglich ja nur wenige km fahren. Aber zum wichtigsten Schloß wollten wir noch kommen und dort übernachten.
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Amra
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Amra, N 31°48'0" E 36°35'18", 21:30 Uhr, 397 km
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Freitag, 26. März
Qasr Amra, inmitten der Wüste gelegen, ist wie die anderen in der Nähe liegenden Schlösser auch als Bade- und Lustschloß von arabischen Prinzen angelegt. Da in vorislamischer Zeit erbaut, gibt es Fresken von Menschen und sogar von leicht bekleideten Frauen.
Wir besuchen das Schloß Azraq, trist im 3. Jahrhundert von den Römern aus dunklem Basalt erbaut, später von den Omajjaden erweitert und im Winter 1917/18 von Lawrence von Arabien als Quartier benutzt.
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Schloss Azraq
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Es ist Nachmittag, das Wetter trüb, morgen bis 13 Uhr müssen wir Jordanien verlassen, sollten wir dies nicht schon heute in Angriff nehmen? Ja! Oder doch am Abend noch einen Besuch Ammans? Nein!
Auf Nebenstraßen wollten wir aber zumindest Shaba erreichen. Dies haben wir trotz dem flotten Grenzübertritt nicht geschafft. Aber auf dieser Straße wollten wir nicht bei Dunkelheit fahren.
Das Schlafplatzfinden war schwierig. Freitag – ist Feiertag, an allen geeigneten Plätzen Jubel und Trubel. Nun, fündig wird man immer. Sackgasse im Grünen am Rande eines Wohngebiets, 23 Uhr, es klopft, 2 Männer erklären uns, daß das Übernachten hier nicht erlaubt sei, zeigen uns aber einen Platz in der Nähe. Nun gut. Gegen 4 Uhr das inzwischen bekannte Spektakel. Leises klopfen, vorzeigen von Ausweisen, abmalen unserer Pässe – dann mit viel Entschuldigung und Wünschen für einen ruhigen Schlaf die Abfahrt. Wir waren eben auf dem neuen Platz von der Straße aus zu sehen. Sollte man nirgends machen, und in manchen Ländern nie.
As Suwayda, N 32°43'49" E 36°35'15", 18:30 Uhr, 237 km
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Samstag, 27. März
In Damaskus kamen wir mitten in den Berufsverkehr – oder ist dies immer so? Schrittgeschwindigkeit, einige Male mußte der Spiegel weggeklappt werden, trotzdem fuhr niemand aggressiv. Wir aber fuhren nach der Sonne. Zuerst dem Verkehrsfluß nach ins Zentrum aber jetzt? Die Hauptstraßen sind in lateinisch beschriftet, der Hinweis zur Autobahn oft gut zu sehen – leider nicht unsere Richtung. Wir wollten auf Nebenstraßen nach Palmyra. Ich glaube, bis zur richtigen Straße brauchten wir 2 Stunden.
Jetzt lag rechts auf unserer Route das legendäre Bagdad Cafe mit einigen Trullihäusern. Dies ist ein beliebter Übernachtungsort für Reisemobilfahrer.
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Palmyra – wieder ein Superlativ! Jene Oase im Herzen der Syrischen Wüste, auf dem halben Weg zwischen Mittelmeer und Euphrat gelegen, gilt zu Recht als eine der grandiosesten Ruinenstädte der Welt und wird immer noch von der Araberburg Quala'at Ibn Maan bewacht. Bereits im 2. Jahrtausend v.Chr. war Palmyra (Tadmur, nach den Datteln, die da wuchsen) eine Stadt.
Übernachten: Es gibt einen kleinen Campingplatz hinter dem Bel-Tempel, welcher gelobt wird, uns aber zu voll war (max. 3 Mobile, aber viel Platz für kleine Zelte), dann eine offizielle Möglichkeit beim Hotel Zenubia.
Wir wollten es idyllischer und verbrachten – toleriert – die Nächte vor dem Bel-Tempel und Visitor-Center, mit traumhaft schönem Blick auf die Ruinenstadt und den Tempel.
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Unser Schlafplatz mit Aussicht
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Palmyra, N 34°32'57" E38°16'22", 18:00 Uhr, 391 km
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Sonntag, 28. März
Heute hatten wir "volles Programm", jeder lief mit seinem Reiseführer in der Hand durchs Gelände. Schließlich lohnte es sich wirklich – trotzdem haben wir die entfernteren Bauwerke, wie Grabtürme und Burg, nur von außen gesehen.
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Aber die 10 km² große Anlage ist ein Erlebnis. Für uns vielleicht der Höhepunkt unserer Reise.
Der Tag war zu kurz, um alles gründlich zu sehen, die Zeit es zu verdauen fehlte, ein Höhepunkt löste den anderen ab. Gesehen haben wir das Wichtigste – namentlich benennen können wir jetzt nur noch wenig.
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Schnell wird es dunkel
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Montag, 29. März
Und wieder geht es "ab in die Wüste", Ziel ist Ar Rusafa. Wir wählen den großen Umweg über Dair-az-Zaur, um am Ufer des Euphrat entlang fahren zu können.
Zuerst aber noch eine Besichtigung Palmyras vom Mobil aus, jene Kilometer hin und her, welche gestern nicht mehr zu laufen waren, dann durch die neue Stadt Richtung Nordost (und Irak).
Auch wenn die Ruinen von Ar Rusafa nicht so gut erhalten sind wie jene in Palmyra, gehört diese Stadt doch zu den beeindruckendsten in Syrien (lt. Reiseführer). Trotzdem lassen viele Veranstalter sie "links liegen". Wir kappten dafür einen Puffertag und schauten sie an.
Bald erreichten wir bei Dair-az-Zaur "die Perle der Wüste", den Euphrat. Die Route führt bis Ar-Raqqa durch schön anzusehendes fruchtbares Ackerland. Vorbei an den Schwesternburgen Halabiya und Zalabiya. Direkt bei den Ruinen gibt es eine Schwimmbrücke, so daß man auch längs des anderen Euphrat-Ufers weiterfahren könnte. Wir trauten uns nicht.
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Pause am Euphrat
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Nach Ar-Raqqa wird die Strecke wieder etwas öde, aber schon kommt, nach dem Verlassen der Nationalstraße 4, unser Tagesziel in Sicht.
Wir übernachten im Wüstensand gegenüber der alten Stadt im Bereich eines kleinen Gasthauses, wo wir später dann ein einfaches, einheimisches und wohlschmeckendes Gericht aßen.
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Die Stadt
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Nun ging es die 30 km neu asphaltierte Straße zurück auf die Nationalstr. Nr. 4, immer dem Euphrat entlang, aber nicht mehr in Sichtweite nach Ar-Raqqa, von dieser schreibt unser Reiseführer "schreckliche Stadt"; fanden wir nicht, vielleicht wäre nichtssagend der bessere Ausdruck gewesen.
Jetzt kam der Asad-Stausee, strenge Kontrolle bei der Fahrt über den Staudamm und gleich standen wir an der auf einer Halbinsel gelegenen Burg Qala'at Djabr. Eigentlich war heute geschlossen, doch der freundliche Wärter ließ uns ein. Rundgang, danach Mittagspause mit Burgblick.
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Hier am See gefällt es uns, hier bleiben wir. Wir fahren einige Stichstraßen ab und wählen eine der Buchten für unser Nachtlager aus. Bald darauf bekamen wir Besuch. Ein Paar aus Kassel, ebenfalls mit Mobil unterwegs, hatte sich noch mehr wie wir, hinter Schilf und Büschen und Bäumen versteckt. Die ruhige Nacht war abzusehen.
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Schlafplatz mit Privatstrand
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Asad-Stausee N 35°54'44" E 38°29'27", 14:00 Uhr, 81 km
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Mittwoch, 31. März
Die Planung für heute hatten wir bestimmt schon 3x geändert. Ursprünglich wollten wir nochmals über Aleppo ans Meer, dann möglichst nahe der Küste, zur Grenze. Auf türkischer Seite dem Küstenverlauf nach weiter. Hier hatten wir im Winter 2007 einige schöne Schlafplätze entdeckt. Aber diese Route kannten wir doch schon.
Also auf direktem Weg nach Urfa. Dann merkten wir, daß etwas nicht stimmte. 50 km sollten es zur Grenze sein, solange fuhren wir schon – aber direkt nach Osten – und eine andere Straße gab es nicht. Stop, Karte lesen. Wir hatten uns an einem Kreisverkehr verfahren. (Grund: auf Nebenstraßen sind die Schilder nur in arabisch). Egal, dann nehmen wir eine Grenze im Osten des Landes. Zurück ist immer langweilig. Im Grenzort Tall Halaf angekommen war ein unglaublicher Trubel – aber eine Grenze sahen wir nicht. Zur Tankstelle, fragen. Hier empfing uns gleich ein Ordnungshüter mit Motorrad, abmalen der Personalpapiere, aufschreiben der Autonummer. Nun der Hinweis, Grenze ist "closed" ? Warum? eben closed. Zurück! Wir fuhren nach der neuesten erhältlichen Karte, hier, ebenso wie auf der Planungskarte des ADAC und einer älteren Syrienkarte war der Grenzübergang eingezeichnet.
Nach einiger Zeit und dem Ablauf der schon bekannten Grenzformalitäten, waren wir in der Türkei. Wir kamen uns vor wie zuhause. Zuerst versuchten wir in der Stadt einen Schlafplatz zu finden, eine ruhige Stelle fanden wir aber nicht. Was tun? Klar, Autobahn war beschildert. Es ist das neue Teilstück, kaum befahren mit sehr großzügigen Rastanlagen. Hier schliefen wir, abgeschirmt vom Lärm der Straße und von den LKW- Parkplätzen, tief und fest.
Parkplatz (bei Sürüc), N37°7'35" E 38°23'11", 19:00 Uhr, 473 km
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Donnerstag, 1. April
Als erstes ging ich zum Frisör, für 5 Euro wurde ich im Salon direkt neben der Raststätte "runderneuert". Ich glaube, der Mann bemühte sich 30 min, um meine selbstgeschnittenen Haare wieder in Fasson zu bringen.
Als Tagesziel wollten wir Karatepe anfahren. Hier würden wir uns dann von den Freunden trennen. Gisela und Georg wollten schnell nach Hause, wir hatten Zeit.
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Übernachtung im Park
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Karatepe, N 37°17'50" E 36°14'49", 12:30 Uhr, 248 km
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Freitag, 2. April
Wir besuchten das Open Air Museum der Anlage und machten uns dann auf den Weg zum Orman-Platz Erdemli. Leider war z.Zt. nur jene Hälfte offen, welche weniger attraktiv war. Vor dem Platz hielten wir einen Dolmus an, wir mußten zum Einkaufen in einen Supermarkt. Vor allem brauchten wir Brot. Brot war auf der ganzen Reise kaum zu bekommen. Oft blieb uns nichts anderes übrig, als in Restaurants darum zu betteln. Wir kannten die Situation aus Afrika und waren vorbereitet. Einige Dosen Brot waren an Bord – und längst aufgebraucht.
Obwohl sich der Platz in 25 Jahren wenig verändert hatte, gefiel er uns nicht mehr besonders – er glich in vielem einem Campingplatz. Außerdem konnten wir von unserem Platz aus nicht mal das Meer sehen – der schmale Dünengürtel lag dazwischen.
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Trotzdem wären wir noch einen Tag geblieben, wenn nicht das Wochenende käme. Bis dorthin wollten wir einen ruhigen Platz ergattert haben. Schließlich war es heiß und viele Menschen wollten ans Meer.
Erdemli, N 36°35'36,4" E 34°17' 25,4", 13:30 Uhr, 248 km
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Unser Platz
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Samstag, 3. April
Ist es hier nicht schön?
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Schönes Wetter, wolkenlos und warm. Wir wußten vom Stellplatz im Naturpark vor Silifke, übersahen wohl das Hinweisschild und waren irgendwann vorbei. Zurück wollten wir natürlich auch nicht – lockte doch unser Lieblingsplatz einige Kilometer östlich vor der Festung Anamur. Bald waren wir dort. Als Einzige auf dem Riesengelände belegten wir gleich jenen Platz, auf dem wir bereits vor 25 Jahren und dann im Winter 2007 waren.
Anamur, N 36°5'17" E 32°54'47", 12:30 Uhr, 171 km
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Sonntag, 4. April
Es ist so schön, wir wandern zur Burg Mamure, jener Burg welche wir von unserm Stellplatz aus sehen. Auf dem Heimweg entschließen wir uns, noch etwas zu bleiben.
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Schwimmer im Burgkanal
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Montag, 5. April
Es gefällt uns immer noch.
Dienstag, 6. April
Es ist heiß, sehr heiß! Wir fahren die schöne, aber kurvige Strecke über dem Meer bis Gazipasa. Nun geht's flott weiter. Wir besuchten wieder einen unserer Lieblingsplätze Orman Incecum, als der Platzwart aber den mehrfachen Preis wie ausgeschildert verlangte, sagten wir adieu.
Einkaufen im Carrefour Alanya und weiter in den Naturpark Termessos, nordöstlich Antalyas. Einige Leute zählen diese alte noch nicht ausgegrabene Stadt zu den wichtigsten Orten des Landes. Zitat aus unserem Führer: "Wenn Ruinen atemberaubend sein können, dann die von Termessos. Schwer zugänglich liegen sie auf rund 1.000 m Höhe".
Auch hier hat sich in 30 Jahren wenig getan, die Auffahrt ist immer noch uneingeschränkt möglich, lediglich die schmale Straße wurde geteert. Am ausgeschilderten Schlafplatz gibt es ein kleines Museum und ein einfaches Restaurant. Dieser Platz würde sich für einen Wanderurlaub anbieten.
Gleich nach Zahlen des Eintritts (ca. 5 Euro mit Übernachtung) fuhren wir hoch. Wanderten den gut beschilderten Weg durch die Anlage und schafften es gerade noch vor Einbruch der Dunkelheit zum oberen Parkplatz zurück.
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Termessos, N 37°1'3" E 30°30'24", 15:00 Uhr, 310 km
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Während wir bei der Winter-Reise 2007 am Strand schliefen, wollten wir uns dieses Mal den Campingplatz "gönnen". Auch hier waren die wenigen Änderungen positiv – und Adele führt – nach Aussage – immer noch das Regiment.
Pamucak, N 37°56'20" E 27°16'33", 15:00 Uhr, 395 km
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Donnerstag, 8. April
Sonne, aber kalter Wind. Wir können trotzdem spazierengehen und draußen sitzen, deshalb bleiben wir noch diesen Tag.
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Freitag, 9. April
Jeden, den wir trafen, schwärmte uns von Assos vor – wir kannten den Ort nicht. Zitat aus dem Reiseführer: "Assos, gekrönt von einer mächtigen Akropolis, wurde bereits in der Antike gerühmt. Heute lockt der Ort zwischen Ruinen und kristallklarem Wasser die türkische High Society an".
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Der Ort ist ein Traum – solange man nicht mit dem Fahrzeug drinnen ist – sonst kann es zum Alptraum werden.
Vor dem Ort ein großer Parkplatz mit kleinem Restaurant, Übernachtung im Mobil hier offz. für 50 Cent (Tagesparkgebühr), ob zum Übernachten oder nicht, mit Mobil sollte man hier bleiben. Wir taten es nicht – leider.
Auf guter, aber schmaler Teerstraße geht es hinab, es ist auch ein Campingplatz beschildert, wir fuhren auf der jetzt gepflasterten Straße, bis es nicht mehr weiterging. Standen zwischen Tischen und Stühlen eines Restaurants, Kellner rannten, die Polizei kam, half mit winken und alle sagten uns, daß dies der Weg zum Übernachtungsplatz sei – diese Zufahrt sei normal. Ingrid geriet fast in Panik, als die ersten Regentropfen fielen, wie sollten wir bei dieser Steigung, und Jahrhunderte lang abgeschliffenem Pflaster je wieder hoch kommen? Auch ich hatte starke Zweifel. Nun, meist geht es doch. Ich brauchte zwar einige Zeit, um auf der engen Straße zu wenden, brauchte einige Helfer, welche tatkräftig anschoben, als die Räder auf dem fast nassen Pflaster durchdrehten, aber irgendwann waren wir auf Asphalt – "und gerettet".
Jetzt sahen wir erst, wie weit es zu Fuß vom oben gelegenen Parkplatz in den wirklich schönen Ort war – und fuhren weiter.
Wenige Kilometer waren es bis Alexandria, welches uns ebenfalls als Übernachtungsplatz empfohlen wurde – stimmt, ist fast ideal. Am Rand des kleinen Ortes gibt es sehr gute Möglichkeiten. Wir allerdings waren immer noch gestresst, als die ersten freundlichen Leute uns begrüßt hatten, wollten wir einfach weiter – wir wollten heute mal mit niemandem Kontakt.
Wir kannten kurz vor Troja einen gebührenpflichtigen offz. Stellplatz – diesen fuhren wir an.
Troja, N 39°57'22" E 26°22'32", 19:00 Uhr, 483 km
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Samstag, 10. April
Während wir an der Fähre in Canakkale warteten, verwöhnte uns die Sonne. Jenseits der Dardanellen wollten wir heute zum "National-Heiligtum der Türken" zum Gallippoli-Naturpark auf der gleichnamigen Halbinsel. Als im 1. Weltkrieg die Allierten versuchten, diese Halbinsel zu erobern, beeinflußte dies den weiteren Kriegsverlauf. Die Osmanen, mit den Deutschen verbündet, siegten. Das Gebiet, in welchem 8 Monate erbittert gekämpft wurde, ist nun Nationalpark. Dort erinnern Sodatenfriedhöfe und Kriegerdenkmäler an die 500.000 gefallenen Soldaten. Die meisten kamen aus Australien und Neuseeland. Aus Respekt gegenüber den Toten ist an manchen Stellen das Baden und sogar das Picknicken verboten. Obwohl schon lange her, gedenken sehr viele Einheimische dieser Schlachten und ein Omnibus folgt dem anderen.
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Aber zuerst landet die Fähre in Gelibolu an. Auf dem Weg zum Nationalpark sehen wir dann noch Festungsanlagen, welche zum Teil byzantinischen Ursprungs sind, auch ein kleines Museum.
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Ab Mittag suchten wir einen Schlafplatz, sind einige Strandplätze angefahren, sahen auch einen einsamen Campingplatz – alles irgendwie sehr trostlos. Wir wurden fündig und machten Pause.
Als das Wetter sich eintrübte, verließen wir dann doch die Halbinsel Richtung Grenze.
Übernachtet haben wir später an einer Tankstelle.
Ipsala, N 40°54'23" E 26°22'32", 19:00 Uhr, 233 km
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Wir waren Ende der 80er das letzte Mal in diesem Ort, damals richtig schnuckelig mit kleinem Fischerhafen und Naturstrand. Heute gibt es keinen Fischerhafen mehr, dafür aber eine mit Marmorplatte belegte Promenade, fein hat sich der kleine Ort gemacht, noble Restaurants neben noch nobleren Eisdielen und Cafes. Am "schönen Strand" standen viele Mobile dem Ufer entlang, nicht so ganz das rechte für uns, also weiter. Am Ende der Bebauung ein unreglementierter Strandabschnitt, Spielgelände für Hunde, kein Cafe und kein Restaurant – zumindest nicht außer der Saison – hier waren wir richtig und das einzige Reisemobil waren wir auch.
Asprovalta, N 40°44'38" E 23°43'37", 10:00 Uhr, 303 km
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Montag, 12. April
Das Wochenende ist vorbei. Wir bleiben ungern mehrere Tage am gleichen Platz, wenn wir von der Straße aus zu sehen sind. Also auf zu den "Reichen und Schönen", jetzt ist Platz genug. Außer uns stehen nur noch 2 Mobile aus Frankreich dort.
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am gepflegten Strand
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Asprovalta, N 40°42'55" E 23°42'26", 9:00 Uhr, 15 km
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Dienstag, 13.April
Eigentlich wollten wir heute noch bleiben, aber als es sich gegen Abend eintrübte, entschlossen wir uns, noch einige Kilometer zu fahren. Autobahn Richtung Saloniki, Umleitung über Umleitung. Längst war es dunkel und wir hatten Probleme, die richtige Abfahrt nach Mazedonien zu finden.
Noch einmal verfahren und wir waren richtig. Geschlafen haben wir dann ca. 15 km nördlich von Polikastro an einer Tankstelle.
Tankstelle, keine Koordinaten vorhanden, 22:00 Uhr, 178 km
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Mittwoch 14. April
Wechselnd bewölkt, Niesel, öfters starke Schauer. Trotz mehrmaligem Abfahren von der Autobahn finden wir keinen Schlafplatz, bei dem das Bauchgefühl "ja" sagt.
Wir durchqueren Mazedonien und Serbien. In Kroatien finden wir ca. 50 km westlich von Slovonski Brod eine geeignete Tankstelle. Wir stellen uns auf den PKW-Abschnitt und fragen dortige Polizisten, wie es denn hier mit dem Übernachten wäre (soll ja in diesem Land außerhalb der Campingplätze streng verboten sein). Natürlich durften wir bleiben, vom Verbot wusste keiner der Beamten etwas.
Zupanja, N 45°6'34" E 18°41'10", 19:30 Uhr, 710 km
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Donnerstag, 15. April
Wir verlassen bald die Autobahn, um durch Bosnien-Herzegowina zu fahren. Die ersten Kilometer waren trostlos, auch weil anfangs sämtliche Werbung, alle privaten Schilder in lateinischer Schrift waren – aber alle offiziellen Wegweiser in kyrillisch.
Dann sehen wir nach vielen Jahren wieder Banja Luka, Jajce und fahren durch herrliche Landschaft nach Südwesten. Herrliche Schlafplätze haben wir gesehen, später ab Bugojno auch viel Schnee. Uns aber es zog es in die Wärme, wir wollten ans Meer.
Unterwegs erlebten wir die komplette Palette des Wetters: Niesel, Sonne, Schnee und wolkenbruchartigen Regen. Als wir die Insel Murter erreichten schien die Sonne.
Kosirina-Bucht, N 43°47'48" E 15°36'35", 17:00 Uhr, 544 km
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Freitag, 16. April bis Mittwoch, 21. April
Wir bleiben bei Bilderbuchwetter in der Kosirina-Bucht.
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Donnerstag, 22. April
Wir fahren zum Teil auf Autobahn nach Norden. Zagreb, Varazdin, dann unter Vermeidung der slowenischen Autobahnmaut ans Tagesziel.
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offizieller Stellplatz in Unterschwarza
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Unterschwarza, Koordinaten N 46°42’58” E 15°40’34”
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Freitag, 23. April
Wir fahren bei schönem Wetter zu unseren Freunden, Andrea und Rolf, auf ihren schönen offiziellen Reisemobil-Stellplatz.
Deutsch Jahrndorf, N 48°00’28” E 17°06’39”, 13:00 Uhr, 266 Km
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Reisemobil-Stellplatz Deutsch Jahrndorf
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Samstag 24. April
Wir bleiben!
Sonntag, 25. April
Recht früh fahren wir nach Hause. Das schöne Wetter begleitet uns.
Zu Hause, 14:00 Uhr, 525 Km
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Nachwort:
Wir planten genau, lasen den Tourenplan der kommerziellen Veranstalter gründlich – und mußten trotzdem auf einen Badetag im Süden verzichten. So schnell wie diese Veranstalter wollten wir die Sehenswürdigkeiten nicht abspulen und kappten den genannten Tag ebenso wie alle "Puffertage". Dafür fuhren wir einige 100 km in die Wüste und besuchten Highlights, die alle anderen ausließen (liegt leider nicht auf der Strecke, bekamen wir bereits – als wir nachhakten – bei unserer Planung gesagt).
Nun einige Wermutstropfen gibt es: Zuerst die teuren Grenzgebühren, die nach Gutdünken des jeweiligen Beamten zu zahlen sind. z.B. die Dieselstrafsteuer sollte für PKW 100 US$ betragen, wir bezahlten für 7 Tage 1 x 150 Euro, einmal 187 Euro, der Beamte schätzte uns eben mit dem Mobil als zahlungskräftiger ein.
Es ist zu überlegen, einen "Help" anzuheuern, Kosten ca. 40 - 60 Euro (2x). Kommt dann zwar nicht billiger, aber auch nicht teurer und geht manchmal einige Stunden schneller.
Gezahlt haben wir für die Grenzabwicklung deutlich über 500 Euro (Triptik, kein Carnet de Passage), manche zahlten 150 Euro mehr, einige 100 weniger wie wir. Dazu kommen dann die Visagebühren von 90 Euro Syrien und 33 Euro Jordanien (2 Personen).
Bemerkenswert ist eine recht geschickte Art der Abzocke. Natürlich wussten wir, daß wir Paßbilder brauchen, daß von allen Papieren – wie an vielen Grenzen – Kopien verlangt werden. Einmal verlief die Sache korrekt, einmal verlangte der Beamte nochmals den Paß, legte ihn blitzschnell auf den Kopierer – wieder waren 5 Euro fällig, das Gleiche an der selben Grenze mit den Fotos. Es wurde fotografiert ohne nach den eigenen Bildern zu fragen – dann war es wieder mal zu spät – 5 Euro.
Wir mussten ja bei der Heimreise wieder nach Syrien einreisen, bei der ersten Einreise verlief alles korrekt, bei der Wiedereinreise an anderer Grenzstation dann die beschriebene Abwicklung.
Was noch etwas unangenehm war, ist folgendes: Es gibt außerhalb der Hauptstädte kaum Campingplätze, ich glaube zusätzlich insgesamt 3 oder 4 – würde ja nichts machen, da "freies Stehen" offiziell erlaubt ist. Wenn, ja wenn man sich so geschickt hinstellt, daß einem die allgegenwärtige Geheimpolizei nicht findet. Also viel mehr, wie von zuhause gewohnt, darauf achten keinesfalls von Straße oder Piste gesehen zu werden. Sonst ist der nächtliche Besuch vorprogrammiert, bei uns war es einige Male so um 3:30 oder 4:00 Uhr nachts – dann lieber mittenrein in den Ort oder zu einem Gasthaus am Ortsrand, da findet die Prozedur bei Tageslicht statt.
Positiv: immer extrem freundlich, immer mit vielen Entschuldigungen und dem sicherlich ehrlich gemeinten Wunsch, ruhig und registriert weiterzuschlafen.
Aber immer und immer wieder würden wir diese Reise machen. Trotz dem Vorgenannten können wir die Reise jedem, der mal um den Kirchturm schauen will, empfehlen. Die Länder sind es wert!
Ich will hier nicht ausführlicher werden, zu wenige werden diese Tour fahren wollen oder können, aber ich kann jenen, die dies wirklich vorhaben per Email einige Tipps geben (Kontaktaufnahme über dieses Gästebuch), vielleicht auch jenen, die Reise in Jordanien in 2 statt in 1 Woche zu fahren – auch wenn es etwas teurer wird (Versicherung) sowie den evtl. geplanten Besuch des Libanon von zu Hause aus in Angriff zu nehmen. Bei uns klappte dies wegen der etwas komplizierten Abwicklung nicht. Das Fahrzeug steht im Paß und das notwendige Parken im Zollhof muß mit vielen Papieren in die Wege geleitet werden (macht das Reisebüro).
Literatur und Karten:
Türkei: Führer vom MM-Verlag, Karte von RKH
Syrien: Führer von RKH, den kleinen Dumont und einen "Bardorf" für Syrien und Jordanien von 1986, Karte RKH
Jordanien: Führer von RKH, die kleinen Bändchen von Merian und Marco Polo, Karte des Jordanischen Touristbüros.
Außerdem für die Planung und Markierung der Strecke die Planungsunterlagen des ADAC
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