Mit dem Wohnmobil nach Frankreich
22.07. - 24.08.2002
von Ingrid und Hans Koutek

Abreise Montag, 22. Juli 2002
Zuerst fuhren wir bis Bad Urach, wo wir auf einem Parkplatz frei übernachteten. Am nächsten Tag ging es nach Bad Waldsee, um am Camper den Scheinwerfer, der ein Loch hatte, reparieren zu lassen. Dort erwischte mich eine arge Grippe und ich musste den Camper hüten.
Nach zwei Tagen fuhren wir weiter nach Bad Dürrheim, wo wir einen schönen Stellplatz am Thermalbad fanden. Die Tagesgebühr belief sich auf € 5,00 inklusive Strom. Dort blieben wir drei Tage stehen, auch war die Hitze fast unerträglich und mit einer Grippe war an eine Weiterfahrt auch gar nicht zu denken.

Bad Dürrheim, Stellplatz

Ingrid am Laptop

Unsere Reisebegleiterin Jemy

Endlich fühlte ich mich gesundheitlich etwas besser und es ging weiter in Richtung Frankreich. Über das Elsass fuhren wir in Richtung Nancy und weiter nach Verdun. Wir erreichten dort den Campingplatz les Breuils, zu finden im Campingführer des ADAC, wo wir uns für drei Tage häuslich einrichteten. Der Platz verfügt über ein Schwimmbad und ist sehr ruhig gelegen. Wir bezahlten für drei Tage € 43,20.
Endlich ließ die Hitze etwas nach und wir konnten uns die Soldatenfriedhöfe in der Nähe von Verdun ansehen, die zu Ehren der Gefallenen im ersten Weltkrieg errichtet wurden.

MEMORIAL DE VERDUN

Soldatenfriedhof

1914 - 1918

Nachdem wir den Friedhof samt Monument besichtigt haben, ging es weiter in Richtung Westen dem Atlantik zu. Wir erreichten am späten Abend le Crotoy in der Normandie, wo wir vor einem Campingplatz direkt am Meer einen Stellplatz für Wohnmobile vorfanden.

Am nächsten Morgen fuhren wir auf der D940 weiter in Richtung le Treport. Natürlich wollten wir die Stadt besichtigen und haben uns gleich mit unserem großen Mobil in der City „verfranst“.

le Treport

Etretat

Yport

Und so schauten wir, dass wir die Stadt einigermaßen schadlos hinter uns brachten. Nächste Station war Dieppe, wo wir erst einmal Mittag machten und dann am Hafen einen großen WomoStellplatz entdeckten. Aber es ist August und so war der Platz hoffnungslos überfüllt. Kein Wunder, liegt er doch direkt am Hafen und so mitten in der Stadt.

Unsere Reise ging an der wunderschönen Küste entlang der D79 in Richtung Fecamp. Kein Stellplatz weit und breit, aber auch kein verwendbarer Campingplatz für ein großes Wohnmobil. Die Campingplätze sind meist mit engen Zufahrten nur für Wohnwägen geeignet. Schließlich erreichten wir den winzigen Ort Yport und siehe da, mitten im Ort neben der Kirche ein Parkplatz für Camping-Cars. Am Abend war auch dieser Platz hoffnungslos überfüllt.

Am nächsten Tag fuhren wir auf schmalen Dorfstraßen in Richtung Etretat, wo wir uns mitten im Ort nur mit Mühe und Not durchschlängelten, keinen Parkplatz fanden und nur kurz für Fotos stehen bleiben konnten. Dann nichts wie heraus aus dem Wirbel.

Etretat, wunderschön

Le Havre

Ein Schiff muß durch

Le Havre war diesmal recht gut zu durchfahren und über die große Seine-Brücke mussten wir € 5,00 Maut bezahlen, um dann die Küste von Honfleur zu erreichen.
Am Abend war unser Ziel Arromanches und natürlich keine Aussicht auf einen Stellplatz im Ort, aber auch nicht auf dem CP. Jedoch auf der D514 fanden wir bei einer Kirche einen schönen Übernachtungsplatz.

Der nächste Tag war den Besichtigungen der Invasionsküste von 1944 gewidmet.

In der Omaha Beach liegt ein großer amerikanischer Friedhof, den wir uns als erstes vornahmen. Man könnte dort auch außerhalb des Friedhofes übernachten oder überhaupt in die Bucht hinunterfahren.

Das große Denkmal

Landeplan der Invasion

Deutscher Bunker

Pointe du Hoc ist ein weiterer Anlaufpunkt mit Bunkern, Erdlöchern und Schützengräben. Immer wieder findet man an der Küste, z.B. Utah Beach, weitere Parkplätze mit Überbleibseln aus dem 2. Weltkrieg: Panzer, Mannschaftswagen, Kanonen etc. Und überall Touristen en masse.
Die nächste Übernachtung ist in der Nähe von St.Vaast neben einem CP (für uns war kein Platz).

Und so verließen wir die Halbinsel mit einer Kehrtwendung südlich und landeten in Coutances auf dem CP municipal les Vignettes auf der D7. Wir blieben bis zum 8.8.2002, um unsere Wäsche wieder einmal in Ordnung zu bringen und uns auszurasten. Hans hat zwei französische Freunde gefunden, die mit ihm Boccia spielen und quasseln, wenn auch keiner die Sprache des Anderen beherrscht. Am 9.8.2002 bezahlten wir für drei Tage die erstaunlich niedere Campinggebühr von nicht einmal € 10,00 am Tag und weiter ging es in Richtung Granville, wo wir uns erst einmal bei E.Leclerc mit Diesel, Esserei und den neuesten Nachrichten aus Österreich versorgten.

Nachdem wir drei Tage keinen Fernseher hatten, erfuhren wir erst jetzt, dass es in unserer Heimat riesige Überschwemmungen gab. In Niederösterreich Zöbing, Zwettl, das Kamptal aber auch in Perg und Schwertberg in Oberösterreich, wo die ganze Stadt eingeschlossen war.

Mit dieser traurigen Nachricht fuhren wir weiter nach le Mont-St-Michel. Dort erlebten wir, was Massenurlaub heißt. So viele Fahrzeuge auf einmal haben wir schon lange nicht mehr erlebt, ein richtiges Volksfest. Mindestens 500 Reisemobile standen dort und tausende Autos und Menschen en masse. Schleunigst suchte wir das Weite, das war uns zu viel.

Ebbe die beeindruckt

le Mont-St-Michel

Bei Ebbe

Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz fanden wir in Cherrueix eine geeignete Stelle auf der Düne. Am nächsten Tag standen zahlreiche Reisemobile da, vor allem viele Italiener.

St. Malo streiften wir nur auf der Durchfahrt, zu viel Verkehr. Weiter ging es nach Cap Frehel, wo das Wetter immer grausligere Formen annahm. Am Cap selbst empfing uns ein derartiger Sturm mit Regengüssen, dass man nicht vor die Tür konnte. Und so suchten wir auch dort am nächsten Tag das Weite, ohne die so grandiose Landschaft zu bewundern, es war unmöglich, auch nur gerade zu stehen, soviel Wind kam über die Klippen.Wir beschlossen ins Innerland zu reisen und uns erst einmal einen Campingplatz zu suchen, wo wir die nächsten Tage das Wetter abwarten können. Es ist nämlich sinnlos, durch eine verregnete Bretagne zu fahren.

In Josselin einer Stadt mit einer mächtigen Burg fanden wir im Hinterland, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, einen geeigneten Ort. Hauptsache wir haben Strom, der Fernseher funktioniert und zu Essen und Trinken ist auch im Kühlschrank. Dieser Platz wird von Engländern betrieben und heißt Camping des Cerisiers.

Blumenpracht am Weg

Mächtige Burg in Josselin

Hortensien in voller Blüte

Wir blieben vier Tage an diesem Platz, nachdem die Berichte von den Hochwässern in Österreich, Deutschland und Tschechien unsere Stimmung nicht unbedingt auf den Höhepunkt hielt. Nur die Tatsache, dass unser Lebensmittelvorrat zu Ende ging, ließ unseren Entschluss zur Weiterfahrt reifen.

Vannes war unsere nächste Station, wir suchten uns einen Einkaufsmarkt um unser Lager wieder auf den letzten Stand zu bringen. Dann fuhren wir südwärts und in Piriac sur Mer erreichten wir den angepeilten Stellplatz am Meer. Der ist allerdings eher nur für eine Übernachtung geeignet, weil die Küstenstraße entlang führt, dadurch sehr laut und der Platz nur geschottert ist. Dies hält allerdings die Franzosen von längerem Stehenbleiben nicht ab.

Piriac sur mer

Stellplatz am Atlantik

Salzbänke in le Cruisic

Am nächsten Tag verließen wir den Stellplatz. Wir meinten, in unserem geliebten le Cruisic einen besseren Standplatz zu finden, was sich allerdings als Irrtum herausstellte. Die Stadt war hoffnungslos verstopft und am Meer so eng, dass an ein Abstellen nicht zu denken war. Und so entschlossen wir uns, das Meer zu verlassen und Loire einwärts uns einen geeigneten Campingplatz zu suchen.
Nach langer Fahrt, einigen vergeblichen Anläufen - ein so großes Mobil ist eben nicht überall durchzulotsen - fanden wir an der D960 schon fast bei Saumur einen sehr gepflegten neuen Platz mit allem, was ein Camperherz höher schlagen lässt. La Vallee des Vignes in Concourson-sur-Layon. Zu finden im Adac Campingführer 2002 auf Seite 637 PL 170.

Der Platz liegt sehr ideal als Ausgangspunkt für Touren in die nähere Umgebung. Man kann von hier aus sämtliche Loire Schlösser besichtigen. In Doué-la-Fontaine befinden sich ein Super U Einkaufsmarkt und ein Lidl. Beide Märkte sind vom Platz aus ca. 8 km entfernt. Der Platz hat Swimmingpool, Restaurant und sogar Internet und ist äußerst gepflegt.

Campingfreuden

Kalorien sammeln

Alles für die gute Figur

Beim Abendspaziergang mit dem Hund entdeckte ich - welch Zufall, dass wir vor Jahren mit unserem ersten Hymer im Ort Concourson-sur -Layon auf der Rückreise vom Atlantik schon einmal übernachtet haben, damals allerdings frei stehend. Nach vier Nächten reisen wir ab und bezahlen den stolzen Preis von € 84,00, aber es war immerhin ein vier Sterne-CP.

Die Rückreise ging zuerst einmal über Saumur der Loire entlang nach Tours, dann wenden wir uns nordwärts N10 bis Chateaudun, dann D927, dann Pithiviers in Richtung Fontainebleau. In Moret sur Loing übernachten wir bei einem Intermarché Kaufhaus.

Nächsten Tag weiter N6 Richtung Sens abzweigen nach Monteriau auf die D411 Nogent sur Seine bis Arcis sur Aube. Weiter nördlich auf der A26 bis Ausfahrt Vitry le Francois auf die N4 bis Nancy. Von dort aus A33 Richtung Epinal.(Bis dorthin fiel nur für das kurze Stück Arcis- Vitry eine Autobahngebühr von € 2,50 an).
In Charmes fuhren wir einen tollen Stellplatz an der Mosel an. Dieser Platz ist mitten in der Stadt, verfügt über Entsorgung und hat überall Strom. Bei den Stromkästen sind auch Wasserleitungen, also Herz was willst du mehr. Der Platz kostet täglich € 4,00 und der Betrag wird am Abend eingehoben. Dementsprechend ist der Platz frequentiert. Wir zählten abends ca. 50 Mobile und natürlich sind die schönsten Plätze am Moselufer vergeben. Wir mussten uns mit einem hinteren Platz zufrieden geben, was uns aber nicht störte.

Charmes an der Mosel

Stiege in die Stadt

Logenplatz

Abgang zum Stellplatz

Einmal entspannen gefällig

Stadtmitte von Charmes

Drei Nächte blieben wir an der Mosel, weil es uns so gut gefiel. Schließlich hat uns doch ein wenig Heimweh gepackt und wir reisten durch das schöne Elsass in Richtung Deutschland. Noch einmal übernachteten wir in Wissembourg mitten am Parkplatz in der Altstadt.

Am 24.8.2002 packten wir den letzten Anlauf durch Deutschland und kamen zu Hause in Marchtrenk bei der schon ungeduldig wartenden Familie um 19.00h an.

Regen am Stellplatz

Regen in Frankreich

Letzte Station Wissenbourg

Fazit: Urlaub mit dem Camper ist eine tolle Sache, wenn sich zwei Menschen gut verstehen und beide das gleiche wollen.

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