Vorwort

Bei unserem Reisebericht legen wir den Schwerpunkt auf die Stellplatzbeschreibung und unseren persönlichen Tagesablauf. Seit über 40 Jahren verbringen wir mindestens einen Urlaub im Jahr in Südwest-Frankreich. Wir "testeten" sehr viele Anreise-Routen, schauten uns viel Wichtiges und Unwichtiges an. Manchmal blieben wir auf dem Weg zur Küste "hängen", verbrachten sehr schöne 10 - 14 Tage und fuhren wieder heim. Da wohl jeder einen Reiseführer und eine Tourenkarte mitführt, verzichten wir auf Hinweise zu touristischen und kulturellen Höhepunkten.

Ingrid und Hans Lautenbacher, Bayern

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REISEBERICHT

Mittwoch, 4.12.2002

1. Urlaubstag? Nach einem recht anstrengenden Termin am Vormittag holte ich gegen 14 Uhr unseren Mobbel, um mit dem Packen zu beginnen. Nachdem wir häufiger unterwegs sind, lassen wir vieles im Mobil. Trotzdem, Schneeketten und Reiseführer, Kameras, Karten und Frischware mußten verstaut werden. Wasser war zu bunkern. Alles in allem dauerte das Einladen fast 2 Stunden. Und das bei starkem Regen. Jetzt forderte uns unsere Rikkie (Dobermann-Mädchen) zum Gassigehen auf - wieder gut eine Stunde über Wiese und Feld. Wieder zuhause, entschlossen wir uns, erst am nächsten Tag zu starten.

Donnerstag, 5.12.2002          Digoin 815 km, 19:30

Um 8 Uhr ging’s los. Autobahn Augsburg-Stuttgart-Karlsruhe-Mulhouse-Besançon. Dann die RN 73 bis Chalon, immer der Doubs entlang. Jetzt die RN 80 / 70 bis Digoin. Nachdem die Straßen bisher fast ausnahmslos 3-4 spurig verliefen, immer mit Ortsumfahrung, war dies die erste Stadt. Am Ortsende im Bereich der Loire-Brücke befindet sich der offizielle Mobil-Platz. Ein beleuchteter Parkplatz für LKW, der mit großen Steinen den WOMO-Bereich abgrenzt. (V+E inkl. Strom, kostenfrei) Diesen Platz, vielleicht für 8-10 Mobile, teilten wir uns mit einem ital. WOMO. Bedingt durch den starken Verkehr auf der E 607 ist der Platz schön, aber laut. Als wir standen, sahen wir dann direkt an der Loire (vielleicht 300 m weiter) die franz. WOMOs stehen. Schön unter Platanen, nur durch den Radweg vom Ufer getrennt und ruhig. Dieser Platz eignet sich für mehrere Tage.

Freitag, 6.12.2002               Mimizan-Plage 605 km, 16:30

Der Nieselregen von gestern hörte auf. Gegen 7 Uhr, die Lautstärke der Straße machte es möglich, starteten wir, immer auf Nationalstraßen. Zuerst die RN 145 bis Bellac dann 141 / 10 bis Bordeaux. Von der Ortsumfahrung Angouleme aus sahen wir die Mobile auf dem schönen offiziellen Platz "La grande Prärie" stehen (Platz, V+E, Strom, kostenfrei). Auf diesem Platz, an den See angrenzend mit Cafeteria, standen wir im Herbst 2001. Wir dachten an den sehr schönen Spaziergang um den See (ca. 1,5 Std ) und wären fast geblieben. Doch eigentlich wollten wir nach Spanien. Also weiter auf der N 10, Umfahrung Bordeaux, inzwischen war die N 10 schon viele Kilometer 4-spurig bis Liposthey. Hier verließen wir die Schnellstraße, um in Mimizan-Plage zu übernachten. Der offizielle Platz ist recht ordentlich, liegt am Ortsrand direkt hinter den Dünen. (Sanitärhäuschen, 2x V+E, Strom und Kaltduschen sowie Müllentsorgung, außerhalb der Saison 5,00 Euro) im Winter ist der Platz, mit fußläufiger Entfernung zum Einkaufen und Essen zu empfehlen. Während der Saison soll der Abstand zwischen den Mobilen nur 2m (!) betragen.

Samstag, 7.12. 2002 Ruhetag

Das Wetter ist schön, aber kalt. Wir gingen stundenlang am Strand spazieren und selbst unsere Rikkie war am Abend so wie wir müde.

Sonntag, 8.12.02                 La Cabrera 573 km, 18:00

Um 10 Uhr, nach einem ausgiebigen Spaziergang, ging’s wieder "on tour", RN 10 bis Bayonne, dann das kostenpflichtige Autobahnstück bis San Sebastian. und weiter bis Durango. Hier verließen wir die Autobahn, um über den Urquila Paß (15% Steigung) nach Vitoria Gasteiz zu fahren. Wir wollten Schnee sehen und dort oben übernachten. Es erwarteten uns frühlingshafte, grüne Wiesen. Unterhalb der asphaltierten Großparkplätze sehr schöne Möglichkeiten zum Übernachten. Wir aber fuhren enttäuscht ins Tal. Jetzt führte die Straße an einem langgezogenen See vorbei, keine Stellplätze. Einige Kilometer vor V.-Gasteiz Autobahn bis Burgos. Hier fuhren wir auf der kostenfreien Autobahn weiter Richtung MADRID. Wir suchten einen Übernachtungsplatz. Durch das Sonntags-Fahrverbot für LKW waren die meisten Rastplätze bei Tankstellen überfüllt. Bei Tageslicht wollten wir uns auch nicht auf einen unattraktiven Platz stellen. Also fuhren wir weiter. Bei km 57 wurden in dem WOMO-Führer "Portugal" nach diesen Bändchen planen wir in der Regel unsere Reisen Übernachtungsplätze beschrieben. Es war inzwischen dunkel geworden und so landeten wir als erstes auf dem aufgeführten Campingplatz und blieben. Nach 6 Jahren Spanien-Urlaub unsere 1. Campingplatz-Übernachtung.

Montag, 9.12.2002              Motril  640 km, 22:00

Heute wollten wir Madrid in Angriff nehmen. Nach langem Stau auf der Stadtautobahn änderten wir die Planung und fuhren direkt nach Toledo. Nachdem unser Reiseführer meinte, man sollte zuerst vom Süden, vom anderen Tajo-Ufer das Gesamtbild auf sich einwirken lassen, glaubten wir ihm und taten es. Wir umrundeten die Altstadt auf dem Circunvalation und fanden auch eine Parkmöglichkeit. Allerdings verbrachten wir keinen Tag, sondern nur 3 Stunden in der Stadt. Man sollte hier mehr Zeit investieren, aber bei dem starken Regen machte es einfach keinen Spaß.

Also weiter nach Granada. Wir hatten die Stadt schon früher mal besucht und wollten dieses Mal nur auf dem letzten Parkplatz vor der Alhambra übernachten, um am nächsten Tag nochmal durchzubummeln. Der Regen wurde immer stärker, es war schon längst dunkel. Inzwischen schon auf der Zufahrt, brachen wir unser Vorhaben ab und fuhren zur Küste. In meinen Unterlagen fand ich einen Hinweis auf einen Stellplatz in Motril-Puerto, direkt am Meer gegenüber einem Campingplatz. Sehr skeptisch suchten wir den und fanden ihn sofort. Am Ende der Strandpromenade standen schon 8 Mobile unterschiedlicher Nationalität. Wunderschön zwischen grünem Rasen und unter Palmen, nur durch einen gepflegten Grünstreifen und den gekachelten Weg vom Strand getrennt. Gegenüber am strandfernen Campingplatz das Schild: "Unser Restaurant ist für alle zugänglich". Für Leute, die stadtnahe Plätze mögen, ein Traum (Playa Granada).

Dienstag, 10.12.2002

Der Regen hatte in der Nacht aufgehört. Gegen 9 Uhr fuhren wir auf der alten Küstenstraße nach Osten, um uns den seit Jahren bekannten Stellplatz in Calahonda Ortsmitte anzusehen. Der Platz liegt direkt am Strand, umgeben von Lokalen und Geschäften. Er war gut besucht, ca. 10 Mobile auf markierten Stellplätzen. Abstand der Mobile ca. 1,50 m. Obwohl wir Stadtplätze nicht mögen dieser hatte Flair. Die Fischerboote in der kleinen Bucht, der kleine Strand, es paßte einfach alles zusammen, und bei der wechselnden Bewölkung war es zum Draußensitzen sowieso nicht ideal. Wir überlegten und fuhren weiter, um einen Platz zwischen den Orten zu suchen, was nach wenigen Km auch geschah. Auf der Karte war der Strand Playa de los Banos eingezeichnet. Hier wurden wir nach einem kleinen Ort fündig. Es standen schon einige WOMO am Strand, eng unter den letzten Lampen der Ortsbeleuchtung so mit nur 5 m Abstand oder weiter weg in der Natur, so alle 50 m einer oder ein Grüppchen. Es gibt Wasser an den Strandduschen und einen Bodeneinlaß fürs Portapotti.

Mittwoch, 11.12.2002

Im Ort gibt es einen kleinen Laden, der eigentlich alles hat. Wir machten heute aber unseren Strandspaziergang zum nächsten Städtchen (ca. 1,5 Std. einfach). Vorbei an vielen touristischen Großprojekten. Sehr nahe am Stellplatz die ersten Schilder der Immobilienhändler. Den Stellplatz wird es wohl in einigen Jahren nicht mehr geben.

Donnerstag, 12.12.2002

Unser Morgenspaziergang führte uns im Ort an der römischen Therme, gegr. 67 v. Chr., vorbei zum oberhalb gelegenen Castello mit Museum lohnend. Für die betriebsbereite Therme gibt es für kleine Gruppen einen Schlüssel beim Verwalter. Inzwischen erfuhren wir von einem Mobilisten, daß es östlich von Calahonda einen schönen einsamen Stellplatz unter Palmen am Strand gibt.

Freitag, 13.12.2002

Die Nacht hatten wir alleine verbracht d.h. es gab eine kleine Gruppe WOMOs ca. 200 m weiter, aber ohne Sichtkontakt. Nach unserem Morgenspaziergang wollten wir nur faulenzen vielleicht auch baden. Es war ca. 22° warm und diesig. Jetzt sahen wir das grüne Ungeheuer, nur 100 m von uns entfernt versteckt im Strandbambus. Es war ein grüner LKW mit großem grünen Wohnkoffer. Wir vermuteten richtig: Heike und Leo mit ihrer Lady (Hund) wir hatten sie vor Jahren an Spaniens Stränden kennengelernt,  kamen uns entgegen. Sie waren spätabends angekommen.

Samstag, 14.12.2002

Eigentlich wollten wir Freitag ja weiter, aber wir entschlossen uns, den Dreien noch Gesellschaft zu leisten. Seit wir die Küste erreichten, hatten wir nur nachts ein paar Regenschauer, aber es war Tag und Nacht schwülwarm und diesig kein richtiges Badewetter.

Sonntag, 15.12.2002

Wir waren zu lang am gleichen Platz. Das Fahren macht richtig Freude. Die Stellplätze der nächsten Tage möchte ich nicht genau beschreiben. Diese kleinen Buchten sind oft nur für drei oder vier WOMOs geeignet. Jeder hat seinen Freiraum von 30 oder 50 m. Auch wir fuhren immer zur nächsten Bucht, wenn dieser Abstand durch uns unterschritten wurde. Nur soviel: Wie die meisten fahren auch wir nach der Michelin Karte, hier sind schöne Strandabschnitte eingezeichnet oft mit Castello man muß nur noch nach der Zufahrt schauen.

Montag, 16.12.2002

Unser Ziel für heute war nach dem Einkaufen der Naturpark Capo de Gata. Diese ganze Halbinsel ist Naturschutzgebiet und erinnert sehr stark an Marokko. Die Polizei, die rund um die Uhr präsent ist, reagiert hier besonders sensibel. Viele Schlaumeier, die auf einen strandfernen Übernachtungsplatz verwiesen wurden, fuhren in die nächste Bucht und beschwerten sich dann in Reisemobil-Magazinen über die böse spanische Polizei (die erhöhte Nachtparkgebühr beträgt ca. 240 Euro).

La Ermita

Capo de Gata

Wir wollten nach La Isleta. In "unserer" Bucht begrüßte uns ein neues Schild, welches das Befahren des Strandes mit KFZs eindeutig verbietet. Auf dem oberhalb gelegenen Strandparkplatz standen einige Mobile. Der Platz ist zwar nicht schlecht, uns aber störte, daß die Hälfte des Platzes mit Baumaterial der gegenüberliegenden neuen Feriensiedlung belegt war. Wir fuhren weiter zum Playa del Playazo (beschildert) bei dem kleinen sehr schönen Ort La Ermita. Der Ort, vor einigen Jahren noch zerfallen, wird inzwischen liebevoll restauriert. In der Bucht steht man zwar vor dem KFZ-Verbot. Ein Mobil hatte sich schon installiert (sichtlich schon länger), aber eine Gruppe junger Leute mit Kleinbussen, auf einem LKW aufgebauten Zelt, spannten gerade ihre Wäscheleinen. Nach unserer Erfahrung ließ hier die "Vertreibung aus dem Paradies" nicht lange auf sich warten. Wir fuhren weiter.

Playa del Playazo

La Isleta

Dienstag, 17.12.2002

...und wieder lockte Strand und Castello.

Mittwoch, 18.12.2002

Nach der Rückkehr von unserem Morgenspaziergang wir erschraken. 20 m neben uns parkte die Kombination, die wir am meisten fürchten: Großes WOMO und großer Anhänger. Das sind keine Leute, die mal im Winter 10 oder 20 Tage in den Süden fahren, sondern Überwinterer, die verständlicherweise auch im Winterhalbjahr nicht auf häuslichen Komfort verzichten wollen, aber auch keine Campingplätze mögen. Trotz 500W Paneel auf dem Dach und Windrad läuft hier dann täglich der Generator. Mikrowelle, Staubsauger, Brotback- und Kaffeemaschine werden mit 220V betrieben. Und weil man ja Camper-55plus ist und nicht mehr so gut hört, läßt man die Nachbarn zumindest akustisch am TV-Programm teilnehmen. Wir begrüßten unsere neuen Nachbarn und erfuhren, daß sie die nächsten Wochen hier verbringen werden, es sei ja so schön hier. Das fanden wir und die zwei anderen, die z.T. schon 2 Wochen standen auch. Wir verabschiedeten uns und fuhren einige Km auf schlechtem Feldweg zur nächsten Bucht. Hier stand ein Campingbus und ein paar kleinere Mobile und es lief kein Generator.

Donnerstag, 19.12.2002

Eigentlich war es hier doch genauso schön und wir blieben, um zu baden und zu faulenzen.

Freitag, 20.12.2002

Jetzt haben wir die Küste des Cabo de Gata bald abgefahren. Wir schauten uns einige Stellplätze an, blieben tagsüber, wollten aber nicht übernachten. Ohne Grund, nur so aus dem Bauch heraus, hatten wir ein schlechtes Gefühl. Wir fuhren weiter nach Caboneras. Beim Stellplatz erwartete uns schon eine Gruppe "Gleichgesinnter" in Unterhemd und Trainingshose, sie wollten uns den einzig richtigen Stellplatz zuweisen. Nein, danke! Obwohl es schon dämmerte, fuhren wir weiter. Nach ca. 5 km fanden wir einen schönen Stellplatz hinter einem Castello und leisteten dem einsamen Engländer, der bereits dort stand, Gesellschaft.

Samstag, 21.12.2002

Und weiter ging’s der Küste entlang, immer ostwärts. Es muß hier kurz zuvor stark geregnet haben. Wir wollten zur "Gruber Bucht" (Cala Panizo). Der Stellplatz war wie das Wetter, hier wo üblicherweise 10 Mobile und mehr stehen (wegen dem Sanitärhäuschen) ein WOMO, starker auflandiger Wind, die Gischt spritzte über die Felsen fast bis zum Mobil. Wir fuhren weiter. Nach 10 km in Richtung Aquilas die Strände: Playa Cocodores, Carolina und La Hinguerica. Mit Palmen, Sand-, Kies- und Felsstrand. Traumhaft schön und wider Erwarten sehr voll. Außerdem durch den vorherigen Regen matschig. Viele Mobile standen mit nur 5–10 m Abstand. Wir blieben in La Hinguerica, direkt am Wasser, um am nächsten Tag weiterzufahren.

“Gruber Bucht” Cala Panizo

Playa la Hinguerica

Sonntag, 22.12.2002

Das Wetter war so schön, wir blieben.

Playa Cocodores

Montag, 23.12.02

Aquilas, einkaufen, weiter nach Calabardina. Hier ca. 2 km vor dem Ort und dem öffentlichen Strand das weitläufige Gelände für gut 50 Mobile. Man steht hier allein oder in Gruppen, in unzähligen Nischen, getrennt durch Bäume und Buschwerk. die Bucht mit Blick auf den Ort eingerahmt von schwarzem Schieferfels. Wir standen alleine, der kurz darauf eintreffende Mobilist bestätigte, was wir dachten. Die Anzahl der Mobile war zu groß, die Lagerfeuer zu hoch und die Wäscheleinen zu lang die Polizei räumte. Bis zum Abend standen hier sicherlich wieder 20 WOMOs für einige Wochen. Ein alleinstehendes Mobil im Buschwerk, das ist, was sich hier die bösen Buben wünschen. Da sich die Gegend zum Wandern anbietet, wäre unser Auto viele Stunden alleine gestanden. Wir fuhren ca. 50 km zur "Schlangenbucht" (Playa Perchelles) und planten unsere Rückkehr.

Dienstag, 24.12.2002

Seit gestern hatten wir wieder Badewetter. In der Bucht gab es seit einiger Zeit Strandduschen und Wasserhahn. Was bei vielen die Standzeit verlängerte. Leider kam der Bäcker, der wie bei vielen der größeren Stellplätzen morgens frische Brötchen brachte, nicht mehr. Die Bucht wird immer voller. Playa Perchelles ist seit über 20 Jahren DER Treffpunkt, um Weihnachten oder Silvester mit Freunden zu feiern. Es sollen hier am 31.12. weit über 100 Mobile stehen, trotzdem selten enger als 5-10 m. Es geht also noch. Wir versuchten bei unseren Wanderungen, wenigstens die Hälfte im Schatten zu laufen, es war sehr warm.

“Schlangenbucht”, Playa Perchelles, der typische große Stellplatz. Keiner macht “Camping”, alle parken nur “über Nacht”. Manchmal auch viele Wochen!!!

Mittwoch, 25.12.2002

Trotz der vielen Mobilisten aus England, die Heiligabend wohl anders feiern, verbrachten wir eine ruhige, friedliche Nacht.

Donnerstag, 26.12.2002

Nach einem sehr schönen Sonnenaufgang wurde es kühler und wechselnd bewölkt. Das richtige Wetter für eine Wanderung über die Steilküste nach Cal Negre. Die Pfadspur ist markiert und einfach zu gehen, trotzdem sind wegen den wenigen Felspassagen Wanderschuhe notwendig. Von oben sahen wir die vielen Mobile am Strand von Cal Negre stehen.

Freitag, 27.12.2002

Heute schwärmte ein Mobilist von den Stellplätzen im Bereich einer FKK-Siedlung 4 km westlich von Bolnuevo auch von unserer Bucht nicht viel weiter entfernt. Wir waren vor Jahren schon zu Fuß dort, sahen allerdings keine Stellplätze. Zufahrt nur von Bolnuevo sinnvoll (außer Geländewagen mit Dachzelt). Wir sind schon zulange hier, kennen aus eigener Erfahrung aber keine schöneren Plätze an der Costa Calida. Am Mar Menor, in San Pedro del Pinatar, soll es einen Platz geben. Aber jeder hat einen anderen Geschmack. Wenn unsere Rikkie ihren 15 m Radius nicht hat und an die Leine muß, ist sie mit Recht beleidigt. Weiter östlich im Bereich Denia / Altea soll es auch einige geben. Vor Jahren hatten wir dort schon gesucht und nichts Ansprechendes, Ortsfernes gefunden. Die Situation wurde bestimmt nicht besser, eher umgekehrt. Außerdem war dort kein Badewetter, zumindest sagten uns das unsere neuen Nachbarn, die von dort kamen. Wir werden deshalb bis zu unserer endgültigen Abfahrt am Montagmorgen noch hier bleiben.

Samstag, 28.12.2002

Als wir vom Morgenspaziergang zurückkamen, demonstrierte ein Pick-up sein Fahrkönnen. Über den Sandstrand bis zum Wasser und zurück und wieder hin. Nach seiner Erzählung brach er am Morgen aus seinem selbstgewählten Ghetto (Campingplatz Bolnuevo) aus. Seine Platznachbarn feierten bis zum frühen Morgen. Außerdem könne er von seiner Parzelle das Meer nicht mal sehen. Er wollte sich nur kurz austoben und dann einen ruhigen Tag am Meer verbringen. Abends müsse er ja wieder "hinter Schloß und Riegel". Wir fuhren mit einem Nachbarn an den langen Strand von Cal Negre. Zwar nicht so idyllisch aber mit "unverbaubarem Meerblick".

Sonntag, 29.12.2002

Ruhiger Faulenztag am Strand von Cal Negre.

Montag, 30.12.2002             St. Charles de la Rapida 483 km, 17:00

Kurz nach 9 Uhr verließen wir unseren schönen Strand, um die Heimreise anzutreten. Das erste Stück bis Valencia fuhren wir auf der küstenfernen und kostenfreien Autobahn, dann Nationalstraße bis St. Charles d.l. Rapida. Hier steuerten wir den uns bekannten und von WOMOs vielbesuchten Parkplatz am Fischereihafen an. Einige franz. Mobile packten gerade ihre Stühle ein und der Grund nahte in blauer Uniform. Nachdem wir die Frage nach der Übernachtung mit "JA" beantwortet hatten, wurde uns der neue Nachtparkplatz für Wohnmobile gezeigt. Einen Platz, auf den wir uns nie getraut hätten. Eine Sackgasse, die am Strand endet, durch einen schmalen Kanal vom Yachthafen getrennt, mit Grünstreifen vor der Tür und an einen Park mit Palmen angrenzend. Trotz der relativen Nähe zur Hauptstraße verbrachten wir eine ruhige Nacht. Lediglich die Takelage der Segelboote war bei mittlerem Wind zu hören.

Dienstag, 31.12.2002           Gruissan 472 km, 17:00

Seit 9 Uhr sind wir unterwegs, allerdings bremste heute ein Sturm unseren Elan. Als dann ein Sattelschlepper vor uns umgeblasen wurde, duckten wir uns zusammen mit einigen anderen hinter einer Tankstelle. Anruf beim ADAC in Barcelona, Empfehlung: langsam weiterfahren, das Schlimmste sei vorbei. Wir hatten im Bereich Ebro Delta schon häufig starken Wind, aber noch nie solch einen Sturm. Gegen 17 Uhr kamen wir in Gruissan (bei Narbonne) an.

Mittwoch, 1.1.2003

Wie in früheren Jahren, feierten wir auch heuer wieder im Yachthafen, offizieller Stellplatz "les quattre vents". Vor vielen Jahren allein, vor 4 Jahren waren es drei oder vier Mobile, dieses Jahr ca. 20. Gruissan ist wohl die wohnmobilfreundlichste Gemeinde am franz. Mittelmeer. Schon am Ortsschild wird man begrüßt und auf die 3 offiziellen Plätze hingewiesen. Außerdem wird das freie Stehen direkt am Strand und am Etang toleriert. Nicht nur dies, auch die Art der Plätze sucht seinesgleichen. Für jeden Geschmack ein eigener Platz. Während der franz. Sommerferien sind die Plätze kostenpflichtig. Da der Platz am Surfsee im Winterhalbjahr gesperrt ist, fuhren wir den offiziellen Platz nahe Narbonne Plage an (ca. 6 km). Hier starteten wir zu unserer Strandwanderung. Es standen 12 Mobile schon da und wir brauchten die "bösen Buben" nicht so zu fürchten. Nein, besonders ängstlich sind wir nicht, aber eine gewisse Vorsicht ist nach unserer Meinung immer angebracht nicht nur im Süden. Im neuesten Stellplatzführer von promobil ist dieser Platz als einziger aufgeführt. Wäre ja nicht weiter schlimm, wenn der Autor des Büchleins nicht schreiben würde, daß dies der einzige offizielle Platz mit V+E zwischen Rhône und span. Grenze sei. Als ich der Redaktion schlechte Recherche vorwarf und auf die mind. 15 offiziellen Plätze hinwies, erhielt ich eine Antwort, die man nur als einfältig bezeichnen kann. Falls Sie aber hier mal Stellplätze brauchen, der entsprechende Band aus der WOMO Reihe bietet sich an. Mehr Plätze gibt’s zwar im Führer von Dr. Semmler, aber uns persönlich gefällt dieser Band nicht so gut.

Donnerstag, 2.1.2003           Breisach 829 km, 20:00

Wieder war es fast 9 Uhr, bis wir wegkamen. Da wir heute einige Km mehr unter die Räder nehmen wollten (mußten) ging’s im Süden auf die Autobahn. Dann Lyon, Bourg, Besançon, Breisach. Die südbadische Stadt weist ja schon seit Jahren an wechselnden Orten einen Stellplatz aus, der in den letzten Jahren recht ansprechend, auch zum mehrmaligem Übernachten animiert. Das Münster ist sehenswert. Bei unserem Besuch war der Platz kostenfrei, üblicherweise verlangt die Stadt Gebühr.

offizieller Stellplatz in Breisach

Freitag, 3.1.2003

Heute konnten wir uns Zeit lassen, es ging ja nur nach Hause. Gegen 10 Uhr machten wir uns auf den Weg. Autobahn Karlsruhe, Stuttgart, München-West. Ca. 16 Uhr waren wir daheim. Und immer wieder das Gleiche: Tanks und Toilette leeren, Lebensmittel und einen Teil der Kleidung herausnehmen. Fahrzeug waschen und abstellen. Bis wir uns Gedanken über den März-Urlaub machen konnten, war es schon wieder Samstag Mittag. Südfrankreich?, Ostfriesland? oder doch wieder zur Mosel? Wir werden sehen.

Gesamtkilometer: 4679

Grundsätzlich ist es nicht erlaubt, ausserhalb von Parkplätzen zu übernachten! In einigen Regionen ist es verboten, näher als 1000 m vom Strand zu nächtigen. Eigentlich wird es immer toleriert. Wir selbst sind einmal des Platzes verwiesen worden wegen einer offz. Polizeiaktion. An den spanischen Feiertagen gestattet die Polizei auch das Übernachten in Zelten und Caravans, manchmal will jemand Portapotti und Abwassertank sehen. Dies ist uns selbst nur in Frankreich, vor über 20 Jahren passiert.

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