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Baltikum und Skandinavien 7. August bis 16. September 2007 von Ingrid und Hans Lautenbacher
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Vorwort
Ja seid ihr noch zu retten, Urlaub während der Ferienzeit und dies freiwillig? Niemals! Aber dies war nicht die einzige Eigenart bei dieser Reise. Sind wir es doch gewohnt, unsere Touren recht genau zu planen, verzichteten wir bei dieser Reise darauf.
Klar, über die Anreise durchs Baltikum hatten wir uns einiges angelesen, hier wussten wir recht genau, was wir anschauen wollten; dann sollte es von Talinn nach Helsinki gehen – und hier hörte unsere Planung auf. Finnland wollten wir bereisen, wie es weiter ging, erst „live“ entscheiden – ganz entgegen unserer sonstigen Gewohnheit. Vielleicht lag es daran, dass wir einen größeren Zeitrahmen hatten, also nicht versuchen mussten, in kurzer Zeit viel „hineinzupacken“.
Im Baltikum zeigte sich dann, dass wir einige Monate zu spät waren. Es war zu heiß und schöne Plätze, die sich für zwei, drei Tage angeboten hätten, fanden wir kaum. Es war voll an der Küste. Dann Anfang September am Polarkreis trauten wir uns nicht mehr, an die Barentsee zu fahren (war ja ursprünglich auch nicht geplant). Nun unsere nächste Skandinavienreise starten wir an einem deutlich früheren Termin.
Wie meist bei unseren Berichten beschreiben wir unsere Schlafplätze, soweit sie dafür geeignet sind, weniger die kulturellen Sehenswürdigkeiten. Jeder wird sich auf die von ihm zu fahrende Tour aus seiner Sicht vorbereiten. Aber einige Bilder gibt’s schon zu sehen. Uns interessierten bei dieser Reise besonders die großen Städte, die Hauptstädte im Baltikum und in Skandinavien. Stockholm und Kopenhagen sparten wir aus – beide Städte hatte wir früher schon besucht. Bei der Abfahrt war unser Mobil ein Jahr alt und der Tacho zeigte 23.449 km, wieder zuhause waren es 9.416 km mehr.
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Der Start
Dienstag, 7. August
Kurz die Frischwaren einladen, Wasser bunkern und los geht es. Heiß war es, die Sonne knallte vom Himmel und recht zügig fuhren wir die Autobahn über Regensburg, Chemnitz, Dresden bis wenige Kilometer vor Frankfurt/Oder. Ziel war der offizielle und sehr empfehlenswerte Stellplatz auf dem großen schön angelegten Gelände des Camper-Vertriebs Nitschke.
Mühlrose, 17 Uhr, 632 km, Übernachtungsplatz 1
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Stadtbummel
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Donnerstag, 9. August
Bald waren wir in Olsztyn, kurzer Stadtbummel und weiter zur Masurischen Seenplatte. Nie dachten wir, dass dieses Gebiet touristisch so erschlossen ist. Von wegen mal eine Stichstraße zu einem der Seen und der Schlafplatz war gefunden. Wir mussten genauso suchen wie hierzulande. Macht nichts – schließlich wollten wir diese Gegend ja kennen lernen. Mikolajki, Ryn, Wojnovo und wieder zurück nach Mragowo (hier Einkauf beim Plus-Discounter). In der Nähe wurden wir dann an einem verschilften See fündig. Eigenartig, es stand dort bereits ein anderes Mobil, dem wir Gesellschaft leisteten. Jetzt kam ein kurzes, aber starkes Gewitter. Als es dann morgens gegen 5 Uhr zu regnen anfing, „flüchteten“ wir von unserer nassen Wiese auf festen Untergrund.
Nahe Mragowo, 17 Uhr, 240 km, Übernachtungsplatz 3
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Freitag, 10. August
Bald waren wir in Augustow, die Grenze zu Litauen, vor der uns wegen Wartezeiten gewarnt wurde, war in wenigen Minuten passiert. Flott fuhren wir über Marijapole nach Trakai, der alten Hauptstadt des Fürstentums Litauen. Laut unseren Unterlagen gehören Schloss und Städtchen zu den Highlights des Landes. Stimmt. Wir fuhren zum allseits – berechtigt – empfohlenen Camping Totoriskiu, direkt am Seeufer mit schönem Badestrand. Sehr freundlicher privater Platz mit Restaurant. Die Inhaber bemühen sich wirklich um ihre Gäste: www.camptrakai.lt. Es gibt Infos, Pläne und jede Menge Tipps zum Besuch von Vilnius. Sehr angenehm.
Trakai, 12 Uhr, 397 km, Übernachtungsplatz 4
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Insel Schloss
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Samstag, 11. August
Mit dem Schiff, welches am Camping ablegte, ging’s ins Zentrum Trakais, vorher wird wegen den Fotomotiven, die Schloss-Insel umrundet, dann geht es mit dem Bus nach Vilnius. Es ist sehr heiß.
Hier in Vilnius erwartet uns die erste richtige Überraschung. Baltikum – hier dachten wir an graue Mauern, in denen lediglich historisch Wichtiges instandgehalten wurde. Falsch – diese Stadt ist modern, lebendig, westlich in jeder Beziehung. Auch sahen wir noch nirgends so viele gepflegte Luxuslimousinen wie hier beim Trip durch die Stadt. Einziges Manko waren die vielen Renovierungen, welche sich aber sichtlich im Endstadium befanden.
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Wir bummeln durch die City
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Sonntag, 12. August
Um 7 Uhr fuhren wir bereits auf der Autobahn. Benutzten den Autobahnring um Kaunas (hier machten wir einen Fehler und sparten die Stadt aus), aber wir fieberten dem Nationalpark „Kurische Nehrung“ entgegen. Schon als Kind war ich von den Schilderungen dieses Landstrichs fasziniert. Also schnell auf die Fähre, schnell der Beschilderung Parkplatz nach. Vor meinem geistigen Auge sah ich immer noch auf schmalem Strand stehend, die von Westen heranrollenden Wellen, welche versuchten mich an die andere Strandseite zu spülen. Tatsache war ein schöner Strand, wie tausend andere vorher auch, viele Mobile, welche schon sichtlich länger standen – das war’s. Kann nicht sein – rein ins Mobil, rauf zur Nordspitze. Museum, Infostand, Läden, Würstchenbuden – basta. Elegante Runde – auf geht’s zum Süden. Nun, jetzt legten wir an idyllischer Stelle erst mal eine Rast ein. Spazierengehen war angesagt. Unser Platz wäre ein Traumplatz für die Nacht, „freies Stehen“ ist offiziell erlaubt, außer in Naturparks, deshalb trauten wir uns nicht.
Nach einigen Stunden weiter Richtung Nida, dem Hauptort der Nehrung. Von dort, einige Kilometer zur russischen Grenze hin, sollte es einen freien Stellplatz bei einem Leuchtturm geben. Nun, soweit kamen wir nicht. Wir sollten für die Durchfahrt durch den Naturpark wieder löhnen. Vorher wurden unsere Erwartungen – welche wohl zu hoch waren – nicht erfüllt, wir passten. Fuhren nach Klaipeda aufs Festland zurück. Stadtrundfahrt mit dem Mobil, dann nordwärts, um einen Schlafplatz zu suchen.
In Klaipeda sahen wir schon die Hinweisschilder auf einen Campingplatz. Dieser war sogar im ADAC aufgeführt. Was uns erwartete war eine schlammige Wiese, die V+E ein Plumpsklo und der Wasseranschluss Teil einer haushaltüblichen Küchenspüle. Außerdem gab es eine Toilette und eine Dusche (gegen Aufpreis). Wir wollten keinen Komfort, brauchen schließlich auch keinen, aber 15 Euro für eine strandferne Matschwiese erschien uns doch zuviel. Na ja, Campingplatz nannte er sich halt. Es war sehr heiß und wir blieben.
Zogelis, 18 Uhr, 335 km, Übernachtungsplatz 5
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Hier waren wir tagsüber und trauten uns nicht zu bleiben
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Montag, 13. August
Wegen der weiterhin anhaltenden Hitze fuhren wir recht früh auf direktem Weg auf etwas langweiliger Strecke Richtung Norden. Wir unterbrachen die Fahrt ca. 18 km nördlich der Stadt Siauliai, um uns das Nationaldenkmal „Berg der Kreuze“ anzusehen. Hier stehen dicht an dicht etwa 15.000 Kreuze aus Holz, Metall, aus Keramik, aus allen nur denkbaren Materialien geschnitzt, gedrechselt oder geschweißt. Die ersten wurden 1831 aufgestellt, viele kamen immer wieder hinzu. 1961 zerstörten erstmals Agenten des KGB diese Gedenkstätte, doch über Nacht wurden neue Kreuze aufgerichtet . Dies wiederholte sich bis 1985 immer wieder. Weiter.
Bereits am Autobahnring vor Riga entschlossen wir uns für Jürmela und den dortigen Campingplatz „Nemo“ www.nemo.lv. Die Stadt war während der „russischen Zeit“ das größte Ostseebad des Landes. Der Platz selbst, mit vielen Miethütten, im Bereich eines Vergnügungsparks mit allem, was dazugehört (inkl. großer Wasserrutsche), gelegen, sagte uns nicht zu. Allerdings gab es außerhalb der Anlage eine große an den Strand angrenzende Wiese, schattig unter Bäumen und mit Sanitäranlagen im Container – hier waren wir richtig und hier trafen wir auch Conny und Jock, Leute auf unserer Wellenlänge, mit denen wir noch einige schöne Tage und Abende verbrachten. Fazit: Auf den richtigen Plätzen findet man eben die „Gleichgesinnten“, die wirklich gleichgesinnt sind. Oft macht der Platz die Auslese.
Jürmala, 13 Uhr, 321 km, Übernachtungsplatz 6
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Die Gedenkstätte
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Der Strand, wenige Meter vom Stellplatz
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Dienstag, 14. August
Der Stadtbus nach Riga hielt direkt vor der Anlage und in einigen Minuten waren wir im Zentrum der Hauptstadt Lettlands. Wunderschön, alles war hier bereits renoviert, alles für die Touristen, welche diese Stadt besuchen sollen, vorbereitet. Wir können jedem empfehlen, dies zu tun. Es war schon spät, als wir zu unserer Campingwiese zurückkamen.
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Nach dem Nationaltheater...
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...ging es über den Markt,
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...ins Zentrum,
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...dann aufs Wasser.
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Im Hintergrund die Markthallen mit Russenviertel...
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...jetzt sind wir dort.
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Zurück durch die Altstadt
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Mittwoch, 15. August
Wir ruhen uns aus, gehen schwimmen und „verdauen“ das Gesehene.
Donnerstag, 16. August
Es trübt sich ein, bleibt aber schwül. Wieder fuhren wir direkt zum nächsten Highlight. Talinn, die Hauptstadt Estlands, erwartete uns. Nachdem uns Lage und Preisgefüge des „City-Camps“ nicht zusagten, bevorzugten wir den etwas weiter vom Zentrum entfernten Stellplatz Talinn-Pirita. Hier standen wir nun, in Reih und Glied, auf Asphalt im Bereich des ehemaligen Olympia-Wassersportzentrums. Die Zeit reichte noch für eine Rundfahrt mit dem Mobil, um uns einen ersten Überblick zu verschaffen.
Talinn, 16 Uhr, 390 km, Übernachtungsplatz 7
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Der Stellplatz
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Wir bummeln durch das Zentrum...
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...über den Markt,...
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...zum „Futternapf“...
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Blick auf Altstadt und Hafen
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und runter vom Hügel
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Samstag, 18. August
Wir fuhren mit dem Mobil nochmals in die Stadt, d.h. einfach mal so durch die Randbezirke, wir hatten Zeit, ging die Fähre doch erst kurz nach 8 Uhr weg. Jetzt sahen wir schöne Schlafplätze, einsam und bestimmt in der Nacht sehr ruhig – zu spät. Auffahrt zur Schnellfähre, hätten wir nicht gebraucht, aber uns wurde im Reisebüro nur der hohe Rabattsatz für dieses Schiff genannt. Dass die Überfahrt immer noch teurer war als mit dem normalen Schiff, wurde uns verschwiegen. Vorsicht! Max. Höhe 2,90 m, dies sahen wir erst auf dem Schiff, hatten aber beim Ticketkauf immer auf unsere Höhe von 2,95 hingewiesen. Nun es ging, viele wachsame Augen lotsten uns richtig.
Es trübte sich ein, zuerst Nieseln, dann Nebel und kurz nach der Abfahrt Sturm. Brechtüten wurden verteilt – aber wir bemerkten schon vorher, wie sorgfältig alle Fahrzeuge festgezurrt wurden. Nun, bald wurde es ruhiger, auch der Nebel löste sich auf und Helsinki empfing uns mit Sonnenschein.
Stadtrundfahrt, um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen, dann den Hinweisschildern Camping nach. Wie immer wählten wir einen außerhalb gelegenen Platz. Hier den in Espoo am Oittaa-See: www.lomaliitto.fi/english/oittaa. Beim ersten Spaziergang sahen wir dann schöne Stellplätze außerhalb der Anlage am Seeufer.
Helsinki / Espoo, 14 Uhr, 43 km, Übernachtungsplatz 8
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Sonntag, 19. August
Auf dem Campingplatz wurden wir gut informiert, die Saison war vorbei und außer uns waren vielleicht noch 4 oder 5 Einheiten auf dem großen Platz verteilt. Man konnte sich um uns kümmern, wir erhielten Stadtpläne und jede Menge Infomaterial.
Mit dem (sonntags) erstmöglichen Bus fuhren wir kreuz und quer durch die Wohnviertel, dann mit der S-Bahn nach Helsinki City. Die Füße taten weh, bereits gegen 19 Uhr waren wir froh, wieder im Zug zu sitzen. Noch nicht mal richtig gegessen hatten wir, ein Imbiss am Hafenmarkt reichte. Schließlich wollten wir am nächsten Tag weiter – und alles Wichtige sehen.
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Montag, 20. August
Bereits um 7 Uhr waren wir unterwegs, immer der Küste entlang, immer nach Westen, das WOMO-Bändchen empfahl uns schöne Stellplätze, zu früh, mindestens nach Turku wollten wir, Dom und Burg anschauen, durch die Stadt bummeln. Einen Stellplatz sollte es auch geben. Gab es auch – auf den Parkplätzen am Ufer des Aurajoki-Flusses standen die „Gleichgesinnten“ in Reih und Glied, viele waren es, auch wir hätten uns noch dazugestellt, wenn der Platz einigermaßen ausreichend gewesen wäre. Also weiter Richtung Hafen, keine gute Möglichkeit sich tagsüber dort aufzuhalten. Let’s go west! Auf der Landkarte war bei Sundholm ein schöner Strandabschnitt eingezeichnet. Wir fuhren Stichstrasse um Stichstrasse, immer wieder Villen, Strandhäuser und ungeeignete Parkplätze. Dann wurden wir fündig: kleiner Parkplatz direkt am Sandstrand und unter Schatten spendenden Bäumen. Zuerst mal baden und sonnen. In der Nähe ein alleinstehendes Haus, wie wir dann sahen mit Sauna und Club, geöffnet wurde erst gegen 23 Uhr, dies versprach keine ruhige Nacht. Suchen wollten wir aber jetzt nicht mehr. Nachdem unser Bändchen einen Schlafplatz in dem nahe gelegenen Ort Uusikaupunki wusste, war das Ziel klar. Der Platz liegt in fußläufiger Entfernung zu Supermärkten und trotzdem ruhig an Flussufer und Parkrand. Tipp: Das wenige Schritte entfernte „Bonk-Museum“, eine Ausstellung vieler aufwendiger Erfindungen, Apparate und Konstruktionen. Eines haben alle gemeinsam – sie sind absoluter Nonsens, aufwendig gestalteter Unsinn.
Wir erhielten dann eine SMS von unseren Freunden Gisela und Jürgen, nach vielen Wochen nördlich des Polarkreises, an der Barentsee, planten sie die Heimfahrt. Treffen? Wann? Wo? Nun, von Finnlands Natur hatten wir ein wenig gesehen, vieles war außerhalb der großen Städte gleich: Birken – herrliche Seen (mit oft verschilften Ufern) – Birken – Seen – wunderschön, aber mit der Zeit auch etwas langweilig. Wir verabredeten ein Treffen in Oulu.
Uusikaupunki, 20 Uhr, 338 km, Übernachtungsplatz 9
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Übernachtung im Yachthafen
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Dienstag, 21. August
Rauma, die bunten, gut erhaltenen 600 Häuser in der Altstadt anschauen, Pori, Stadtrundfahrt Tampere, hier wurde ausgiebig gefrühstückt – sind wir doch schon seit 6 Uhr unterwegs. Statt über Lahti fuhren wir nun direkt nach Jyväskylä und weiter nach Kuopio. Hier an einem der vielen Seen besuchten wir ein einfaches Fischrestaurant mit einem Wald-Parkplatz, der sich für Übernachtungen geradezu anbietet. Aber wir wollten uns im Bereich Oulu doch mit unseren Freunden treffen. Also weiter.
Kurz vor der Stadt verabredeten wir, mit der Schlafplatzsuche zu beginnen, schwierig, war doch gerade dieser Abschnitt der E4 eine Großbaustelle. Nun, einen schönen Platz gibt es immer, so auch hier. Wo blieben die Freunde? Per SMS fragen, bald geklärt, wir waren durch die unterschiedlichen Zeitzonen 1 Stunde auseinander. Wir hatten finnische Zeit, was auch richtig war. Gisela und Jürgen hatten die von Schweden. Weiter Autobahnring Oulu und einige Kilometer nordwestlich der Stadt ein geeigneter Autobahn-Parkplatz, schön im Grünen und mit Sanitärhaus (V+E!).
Nahe Oulu, 20 Uhr, 801 km, Übernachtungsplatz 10
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Rauma
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Mittwoch, 22.August
Das Wetter ändert sich, Bewölkung zieht auf und bei der Abfahrt gegen 7:30 beginnt es zu nieseln. Wir umfahren Tornio und sind bald in Rovaniemi. Jetzt zuerst wieder einkaufen. Obst, Gemüse, Brot – und Lachs, der hier günstig ist.
Nun zum ca. 8 km nördlich gelegenen „Rummelplatz des Weihnachtsmanns“, nicht unser Geschmack 365 Tage Weihnachten, aber sehenswert ist es allemal – besonders interessant die Busladungen Touristen, welche nach dem gierig ausgetrunkenen Sektgläschen auf der Linie „Polarkreis“ herumhüpfen. Aber im Ernst: die Anlage mit den vielen Verkaufständen mit Kunsthandwerk, mit nützlichem traditionellem Gerät, die Poststelle, wo der Weihnachtsmann über 250.000 Briefe im Jahr beantwortet, (in einer ruhigen Ecke kann man Briefe schreiben und dann dort einwerfen) sind doch sehenswert. Ob dies auch für den in der Nähe liegenden „Santa Park“ mit seinen hohen Eintrittsgebühren gilt, wird jeder selbst entscheiden.
Auf den vielen Parkplätzen findet jeder seinen Schlafplatz. Wir übernachteten am Rand der letzten Plätze auf Schotter im Wald.
Nappapiiri (Polarkreis), 14 Uhr, 204 km, Übernachtungsplatz 11
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Der Polarkreis
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Und hier schliefen wir ruhig
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Er griff nicht an, er gehörte zur Familie
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Donnerstag, 23. August
Grenzübertritt nach Schweden, einkaufen in Boden und schon sehr früh sind wir beim nächsten Highlight. Auf halbem Weg zwischen Jokkmokk und Piteä am Bottnischen Meerbusen kann ein Naturwunder bestaunt werden. Auf einer Länge von mehreren Kilometern fällt der Fluss Piteälv 82 m in die Tiefe. Es ist wohl der größte und längste nicht regulierte Wasserfall Europas. Beeindruckend – nicht nur im Prospekt. Hier genießen wir den Tag, die Pilze warten nur darauf abgeschnitten zu werden, nur wenige Minuten und es reichte fürs Mittagessen. Dann wieder „Wasser anschauen“, spazieren gehen, hier könnte man tagelang bleiben – ja, wenn das Übernachten im Mobil nicht verboten wäre. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fuhren wir weiter, blieben aber dem Piteälv treu. Nach einigen Kilometern offizieller Parkplatz in Ufernähe, V+E, Sanitärhaus. In diesem Bereich bogen wir in eine Stichstrasse ein, wenige Minuten Fahrt und wir fanden unser Traumziel direkt am Fluss. Hier waren wir richtig, selbst ein Plumpsklo, liebevoll ausgeschmückt, war in der Nähe. Die Feuerstelle vorbereitet und bald glimmte es auch schon. Später besuchten einige Meter weiter 2 schwedische WoWa-Gespanne die gleiche Bucht, hatten aber ihre eigene Feuerstelle.
Am Piteälv, 19 Uhr, 418 km, Übernachtungsplatz 12
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Die Fälle, mal zahm, mal wild und mit Inseln der Ruhe
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Unser Ziel für mehrere Tage...
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...mit „unserem Privatklo“
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Freitag, 24. August
Wir bleiben! Spazieren gehen, Pilze suchen, nur abschneiden mussten wir sie, Preiselbeeren für den Nachtisch gab es zu sammeln und Holz fürs Feuer. Ab dem Nachmittag kochten Gisela und Jürgen auf dem Feuer Gulasch, zu dem sie uns einluden.
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Vor dem Vergnügen die Arbeit, Feuerholz machen
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nach dem „Futter“ der Abendplausch
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Samstag, 25. August
Es gefällt uns immer noch
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Pilze gab’s und schöne Steine
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Vor der Abfahrt, ein Blick zurück
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Montag, 27. August
Eigentlich wollten wir heute noch bleiben. Als es aber gegen 10 Uhr anfing zu nieseln, war klar, bei Regen wird gewechselt. War auch richtig, nach einer Stunde hatten wir wieder Sonnenschein. Kurzer Besuch der Städte Storuman und Vilhelmina (der Reiseführer meinte dies sei wichtig, fanden wir nicht unbedingt). Unsere Freund „verrieten“ uns einen Platz in der Nähe von Lomsiö, wir suchten, fanden ihn nicht gleich und wurden dann doch fündig. Jetzt kam wieder ein Schauer, also nichts mit baden und draußen sitzen, weiter ging’s. An traumhaften Stellplätzen, ausnahmslos an Badeseen gelegen, fuhren wir vorbei, hielten nur für längere Pausen und fuhren zurück auf die E45, um den offiziellen und ausgeschilderten Platz in Hoting, am Rand eines kleinen Parks anzufahren (nur zum Übernachten geeignet).
Hoting, 19 Uhr, 429 km, Übernachtungsplatz 13
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Der Übernachtungsplatz mitten im Ort
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Dienstag, 28. August
Es wird richtig kalt. Wolken, starker Wind, aber auch wieder Sonne. Wir ließen es ruhig angehen. Fanden einen schönen Platz an einem See, den wir am späten Nachmittag verließen – wir mussten einkaufen. Entsorgt hatten wir bereits morgens, wie öfters, beim Tanken. So schön die Landschaft auch ist, immer nur grün und blau – auf Dauer wird es ein wenig langweilig. Plötzlich ein kleiner See, einige Häuser und richtig idyllisch am Rand eine Kirche. Wir besuchten Kirche und den sehr schönen Friedhof, machten einen längeren Spaziergang und entschlossen uns zu bleiben. War eine sehr ruhige Nacht.
Ytterhogdal, 19 Uhr, 296 km, Übernachtungsplatz 14
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Der Kirchplatz
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Der offizielle Stellplatz
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Mittwoch, 29. August
Gleich in der Früh die Überraschung: Nur wenige 100 m weiter, nach den ersten Häusern des Orts, direkt am Seeufer ein richtig offizieller, beschilderter Stellplatz. Nun, zu spät – außerdem standen wir schöner. Zwar nicht direkt am Wasser, aber durch das Kirchlein mit herrlicher Kulisse. Nun immerhin „ratschten“ wir mit den Leuten, welche dort übernachteten, eine ganze Zeit. Spät kamen wir weiter. Nach knappen 60 km fuhren wir den ersten Stellplatz an. Leider stand hier schon ein „Kollege“ also weiter, denn für 2 reichte der Platz nicht. Immer Richtung Süden. Jetzt wussten wir von unseren Freunden einen „Geheimtipp“, hier waren wir richtig. Müllbehälter, Feuerstelle, Plumpsklo – was wollten wir mehr. Traumstrand unter Bäumen – leider zum Baden viel zu kalt.
Schöner Platz südl. Sveg, 90 km, Übernachtungsplatz 15
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Vorbei an idyllischen Kirchen...
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...an Traumplätzen...
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...fanden wir das Ziel
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Freitag, 31. August
Bald war Mora erreicht, einkaufen, Bummel durch die Stadt und am Silja-See entlang. Wir parkten bereits auf dem offiziellen Stellplatz, ein Großparkplatz in Seenähe und annehmbarer Lage, der Platz wurde immer voller, PKW Parksuchverkehr, wir fuhren weiter. Nach wenigen Kilometer, es wurde auch schon dunkel, sahen wir bereits von der E45 aus einen geeigneten Platz am Ortsrand. Wir blieben.
Öje, 21 Uhr, 98 km, Übernachtungsplatz 16
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Samstag, 1. September
Nach kurzer Fahrt ein herrlicher Platz unter Bäumen am Seeufer, gerade richtig zum Frühstücken. Warum sollten wir weiterfahren? Schöner wird’s wohl kaum noch? Wir blieben. Am nächsten Morgen sahen wir, dass auch andere den Platz schön fanden, nur 50 Meter weiter stand ein Mobil. Platz mit Klo und Mülltonne.
Platz am See, 9 Uhr, 40 km, Übernachtungsplatz 17
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Was wollen wir mehr?
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Sonntag, 2. September
Über Torsby kamen wir nach Oslo. Nach dem Bezahlen der Stadtmaut fuhren wir einen Parkplatz im Zentrum an, um uns einen ersten Überblick zu Fuß zu verschaffen. Anschließend ging es auf den Campingplatz „Fjordcamping“ südlich der Stadt und in Fjordnähe gelegen. Nicht zu empfehlen. Zwar saubere, alte Anlagen, aber die dafür geforderte Platzgebühr war eine Zumutung. Direkt vor dem Camping ein Parkplatz, hier standen die Mobile kostenfrei – nun, dies wollten wir nun auch nicht, zumal die Gruppen, welche auf dem Platz lungerten, nicht sehr vertrauenerweckend aussahen – und wir sind großzügig in solchen Beurteilungen.
Allerdings gab es eine recht gute Busverbindung ins Zentrum.
Oslo, 12 Uhr, 272 km, Übernachtungsplatz 18
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Montag, 3. September
Sehr früh fuhren wir mit dem Bus in die Stadt, um gegen Abend müde zurück zu kommen.
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Vom Bahnhof zum Schloss (im Hintergrund)
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und jetzt zum Hafen
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Dienstag, 4. September
Bereits gegen 7 waren wir an Oslos Stadtgrenze und bezahlten unseren „Eintritt“. Weiter über Dammen, immer auf der E 134. Die Sonne scheint und wieder ein Höhepunkt: Heddal, von all den kunstvollen Stabkirchen Norwegens soll dies die größte und schönste sein. Weiter zum Telemarkkanal und die wenigen Kilometer wieder zurück auf die Hauptroute Stavanger/Bergen. Ab Mittag Eintrübung und ab 14 Uhr Dauerregen. Trotzdem, unsere ausgiebigen Pausen ließen wir uns nicht nehmen. Auch bei schlechtem Wetter gibt es viel zu sehen, auch Pilze suchen kann in schöner Umgebung Spaß machen.
Was etwas nervte, waren die laufend zu bezahlenden Gebühren, nicht hoch, aber kontinuierlich. Stadtmaut, Fähre, Strassen- und Brückenmaut, alle hundert Kilometer musste für irgendetwas gelöhnt werden. Es dämmerte, immer noch kein Schlafplatz, der Regen wird sehr stark und dann hektisches Winken. Ein norwegischer Mobilclub hatte ein mehrtägiges Treffen und lotste die Ankommenden zur vorbereiteten Wiese – natürlich waren auch wir willkommen, auf dem Sportplatz zu bleiben. Im anschließenden Gebäude gab es abendlichen Tanz, für Müllentsorgung und V+E war gesorgt und wer wollte, konnte Dusche und Sauna in Anspruch nehmen. Dafür bezahlten wir gerne die geforderte Teilnehmergebühr (50 NKr.).
Tau, 21 Uhr, 502 km, Übernachtungsplatz 19
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Heddal
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Der erste Schnee?
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auch trübes Wetter kann schön sein
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Mittwoch, 5. September
Nun, wir schliefen mehr oder weniger ruhig. Am nächsten Morgen der Blick aus dem Fenster: nach rechts eine weiße Wand, links das Gleiche. Insgesamt standen hier bestimmt 50 Mobile im Abstand von vielleicht 2 oder 3 Meter. Hier frühstücken? Nein, wirklich nicht. Wir „flüchteten“, um unser Frühstück in attraktiverer Umgebung einzunehmen.
Gerade waren wir ca. 40 km gefahren, als wir einen sehr schönen Platz direkt am See sahen. 4 Mobile verbrachten dort die Nacht und schliefen wohl noch. Jetzt frühstückten wir, es war fast 8 Uhr, mit „unverbaubarem“ Seeblick.
Weiter auf sehr schöner Bergstrasse einem Fjord entlang, Fähre und weiter mit beeindruckender Aussicht oberhalb des Wassers. Nun, bald waren wir am Kap Lindesness, dem Südkap. Museum, spazieren zum Leuchtturm, Mittagessen. Nach ausgiebiger Pause fuhren wir einige Kilometer zurück, um uns einen Strandplatz für die Nacht zu suchen. Kein Problem. Parkmöglichkeit auf der Strandwiese, Sanitärhaus für V+E in der Nähe. Entfernung zum Wasser max. 200 m. Wir hätten auch näher gekonnt. Bald bekamen wir Gesellschaft von 2 Mobilen aus Deutschland, die schon einige Tage auf dem Platz standen, auf ihre Fähre warteten und nur zum Einkaufen weg waren.
Kap Lindesness, 15 Uhr, 305 km, Übernachtungsplatz 20
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Donnerstag, 6. September
Die Sonne weckte uns. Wir fuhren über Kristiansand zum Telemark-See, suchten die in unserem Führer beschriebenen nostalgischen Dampfer. Fehlanzeige, die Saison ist längst vorbei. Aber Einkaufen, am Ufer spazieren gehen und, was wir sehr selten machen, richtig im Mobil kochen und Mittag essen.
Weiter bis Drammen, viele lange Tunnels unter dem Oslo-Fjord bis zur E6. Wir wussten, dass gute Stellplätze in Südschweden rar sind, was lächelten wir immer, verwiesen auf unser Gespür – nun, wir suchten und fanden nichts. Selbst Tankstellen-Parkplätze boten sich nicht an, zum ersten Mal hätten wir auch mit einem Supermarkt-Parkplatz vorlieb genommen – es bot sich nirgends ein ruhiges Eck an.
Längst war es dunkel, also runter von der Hauptstrasse, Richtung Landzunge und Strand. Alles verbaut, schließlich fanden wir einen normalen Parkplatz im Yachthafen. Am nächsten Morgen sahen wir,dass er gar nicht so schlecht war.
Lisekill, Westschären, 22 Uhr, 717 km, Übernachtungsplatz 21
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Telemarksee
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Freitag, 7. September
Der leichte Nebel löste sich bald auf und in Göteborg schien schon wieder die Sonne. Wir kannten diese Stadt und umfuhren sie auf der Autobahn. Helsingborg – Fähre oder Landweg? – wir fuhren weiter – Malmö – Umfahrung von Kopenhagen – immer die E20 nach Westen bis zur Ausfahrt 37. Inzwischen regnete es wolkenbruchartig, runter von der Autobahn auf einen Rastplatz und abwarten. Kurze Zeit später lächelte die Sonne. Wir fanden unseren offiziellen Stellplatz . Sehr schön.
Munke Bjergby, 13 Uhr, 454 km, Übernachtungsplatz 22
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Samstag, 8. September
Let’s go west! Wir waren in vertrautem Revier, kannten uns aus. Auf den eigenen 4 Rädern ging es weiter. Brücke, Tunnel, gar nicht so schlecht ohne die Warterei im Fährhafen. Immer auf der Autobahn Odense – Kolding – wir wollten an die Nordsee. Abfahrt Ribe, dann in die Stadt zum Einkaufen. Auf den Supermarkt-Parkplätzen ging es zu wie auf dem Camping. Unverständlich, das Meer war doch 5 km entfernt. Nach dem Einkauf war die Insel Romö unser Ziel. Wir kennen die Stellplatzsituation in Dänemark und suchten nicht, sahen zwar zufällig eine erlaubte Möglichkeit am Fährhafen – nicht unser Ding. Wir fuhren auf den Strand, sahen einige Mobile, die dort seit Tagen unbehelligt standen (es ist ausdrücklich verboten) und schauten den kunstvollen Figuren der Lenkdrachen zu. Gegen Abend fuhren wir weiter.
Deutschland. Offizieller Stellplatz Süder-Lügum, nicht schlecht aber auf Asphalt. Weiter.
Niebüll, 20 Uhr, 406 km, Übernachtungsplatz 23
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Sonntag, 9. September
Kräftig scheint die Sonne. Nun, wenn Engel reisen... St. Peter-Ording, weder der Stellplatz noch das Strandstück, welches wir ohne hohe Kosten ansehen durften, verlockte zum Bleiben. Dann schon eher auf den Parkplatz des Eider-Sperrwerks. Wir wussten in der Nähe von Meldorf einen ausgesprochen schönen Platz, inoffiziell, aber seit Jahren toleriert, mussten also nicht suchen.
Nähe Meldorf, 12 Uhr, 156 km, Übernachtungsplatz 23a
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Ist es hier nicht schön?
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Montag, 10. September
Wir bleiben. Es ist schön hier und der an den Platz angrenzende Naturlehrpfad wird auch nach, inzwischen mehrfachem Besuch, nicht langweilig.
Dienstag, 11. September
Wir schauten uns die offiziellen Stellplätze in Kellinghusen und Kaltenkirchen an. Kaltenkirchen gefällt uns gut, leider war der Platz wegen Renovierung geschlossen. Wir landeten dann an einem unserer Lieblingsplätze in der Heide. Die Kosten für diesen wirklich schönen Platz betragen immer noch 2 Euro pro Mobil und Nacht. Die Jahreskarte für 20 Euro wurde auf Druck der örtlichen Campingplatzbetreiber ersatzlos gestrichen. Wir bleiben.
Hermannsburg, 14 Uhr, 256 km, Übernachtungsplatz 24
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Leicht blüht noch die Heide
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Freitag, 14.September
Das Wetter war schön, wandern in der Heide, Pilze für eine Mahlzeit fanden wir, wie immer, im Umkreis des Stellplatzes, welcher ja im Wald liegt, in wenigen Minuten. Aber drei Tage am gleichen Platz, jetzt ist Zeit für einen Wechsel. Leichter Nieselregen machte die Entscheidung leicht.
Auch heute fuhren wir einen uns bekannten Platz an, recht voll – aber viele wollten auf Asphalt, an die Steckdose und wegen des TV nicht unter Bäume. Wir hatten direkt am Ufer der Werra viel Platz.
Bad Sooden – Allendorf, 220 km, Übernachtungsplatz 25
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Samstag, 15. September
Leider animierte das Wetter weder zum Wandern noch zum draußen Sitzen – wir fahren.
Wer sagt’s denn – die Sonne kommt bereits nach kurzer Fahrtzeit. Als wir am beliebten Ziel ankamen, kamen Liege und Stuhl zum Einsatz.
Aschaffenburg, 10 Uhr, 220 km, Übernachtungsplatz 26
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Sonntag, 16. September
Die ganzen Tage blieb uns das schöne Wetter treu, trotzdem, Wurzeln wollten wir hier nicht schlagen, auch wenn wir beide, Ingrid und ich, zu diesem schönen Städtchen eine persönliche Beziehung haben. Ingrid wohnte dort einige Jahre, selbst verbrachte ich als Kind dort viele Sommerferien.
Bei herrlichem Sonnenschein erreichten wir unseren Heimathafen.
München – West, 13 Uhr, 351 km
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Fazit:
Schön war es, in den Osten zu schnuppern, begeistert waren wir von dem, was wir im Baltikum sahen. Aber Skandinavien werden wir nach der Winterreise im Mai 2008 wieder besuchen. Dann mit mehr Information und mit dem Wissen, was wir nochmals gründlich sehen wollen und was uns weniger interessiert. Das Ziel muss nicht immer exotisch sein.
Infomaterial und Karten:
Reiseführer Baltische Länder vom MM Verlag (sehr zu empfehlen), WOMO-Band Finnland, Polyglott Skandinavien (von 1989). Für den „Notfall“ war noch der Campingführer des DCC von 2004 an Bord.
Planungsunterlagen des ADAC, Karten Finnland und Nordskandinavien, sowie Estland – Lettland – Litauen, Maßstab 1:800 000 des Holländischen Clubs ANWB (sehr gut)
Gesamtkilometer: 9.416
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